Unterstützung in den nächsten zwei Jahren

Frisches Geld für bayerische Landwirte

München - Die Bauern in Bayern haben es nicht leicht. Das Klima spielt verrückt und auch auf die Preise für Milch und Co. ist schon lange kein Verlass mehr. Die CSU-Staatsregierung präsentiert sich deshalb mit einem gefüllten Portemonnaie als verlässlicher Partner.

Mit jeder Menge frischem Geld will der Freistaat die heimischen Bauern in den nächsten beiden Jahren bei der Bewältigung von Krisen und Herausforderungen unterstützen. Dazu hat das Kabinett dem Haus von Agrarminister Helmut Brunner (CSU) bei der Klausur in der vergangenen Woche für 2017 und 2018 jeweils die Rekord-Etats von rund 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Damit steigt das Volumen im Vergleich zum aktuellen Etat insgesamt um rund 135 Millionen Euro.

„Mit diesem Kraftakt setzen wir ein deutliches Zeichen, dass wir auch in Krisenzeiten unseren Bäuerinnen und Bauern zur Seite stehen und Perspektiven eröffnen“, sagte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) am Dienstag in München. Ein Großteil des Geldes solle dafür eingesetzt werden, die Einkommen der rund 110.000 Familienbetriebe im Land zu stabilisieren und die Agrarstrukturen zu festigen.

Demnach stünden allein für das Kulturlandschaftsprogramm fast 69 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Drei Millionen Euro seien zur Entlastung der krisengebeutelten Ferkelerzeuger im Freistaat eingeplant - als Zuschüsse bei den Beiträgen zur Tierseuchenkasse. Ein Plus von 16 Millionen Euro bei der Ländlichen Entwicklung soll die Revitalisierung der Ortskerne, die Modernisierung der ländlichen Infrastruktur und den Boden- und Erosionsschutz voranbringen. Sechs Millionen Euro mehr stehen für den Umbau labiler Wälder in klimatolerante Mischwälder bereit.

In den vergangenen Jahren sei die Zahl der heimischen Bauern schrittweise zurück gegangen, sagte Brunner. „Mit einer jährlichen Quote von zwei bis vier Prozent hatte der Strukturwandel aber Gott sei dank eine unterdurchschnittliche Veränderungsquote.“ Jedoch sei auch klar, dass Krisen wie der jüngste Preisverfall für Milch solche Entwicklungen schnell beschleunigen könnten, wie sich etwa in den ostdeutschen Bundesländern zeige.

„In Bayern haben wir noch keine Informationen über existenziell bedrohte Betriebe. Es scheint, als seien die familiären Höfe widerstandsfähiger als Großbetriebe“, sagte Brunner. Darauf alleine dürfe man sich aber nicht verlassen. „Ich erwarte, dass Deutschland und Frankreich hier auf Europaebene eine Führungsrolle übernehmen.“

Darüber hinaus will Brunner mit dem sogenannten bayerischen Weg den Berufsstand weiter auf die Zukunft vorbereiten. „Wir wollen eine flächengebundene, ressourcenschonende und nachhaltige Land- und Forstwirtschaft“, betonte Brunner. Ziel sei es, das stete „Wachsen und Weichen“ der landwirtschaftlichen Betriebe durch Zukunftsperspektiven für alle Betriebsformen zu ersetzen. So könnten Bauern etwa durch mehrere wirtschaftliche Standbeine innerhalb und außerhalb der Landwirtschaft wie Tourismus und Energiegewinnung resistenter gegen Krisen werden und wettbewerbsfähig bleiben.

dpa

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