Viele Tote bei Gefechten in Südosttürkei

+
Mindestens sechs türkische Soldaten und sechs Anhänger der Kurdischen Arbeiterpartei PKK kanen bei Gefechten im Südosten der Türkei ums Leben. Foto: Sedat Suna/Symboldbild/Archiv

Blutiger Freitag in der Südosttürkei: Die Gewalt zwischen der PKK und der Armee eskaliert immer weiter. Die Streitkräfte haben schwere Verluste zu beklagen - und setzen Kampfjets ein.

Istanbul (dpa) - Bei schweren Gefechten in der Südosttürkei sind nach Angaben der Armee mindestens sechs Soldaten und sechs Kämpfer der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK getötet worden.

Zusätzlich seien die beiden Piloten eines Kampfhubschraubers ums Leben gekommen, der bei den Gefechten vermutlich wegen eines technischen Defekts abgestürzt sei, teilten die Streitkräfte mit. Acht Soldaten seien bei den Zusammenstößen verletzt worden.

Die Kämpfe seien am frühen Morgen nahe einer Militärbasis in Cukurca in der Provinz Hakkari ausgebrochen, die an den Nordirak angrenzt, teilte die Armee weiter mit. Der Einsatz gegen die PKK in der Gegend dauere an. Bodentruppen würden von F-16-Kampfjets, Kampfhubschraubern und Drohnen unterstützt. Nach Angaben des Militärs wurden bei Operationen gegen die PKK in den südöstlichen Provinzen Sirnak und Siirt am Vortag 16 PKK-Kämpfer "neutralisiert".

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan teilte mit, der Kampf gegen den Terrorismus werde "mit Entschlossenheit" fortgeführt. "Kein Gefecht, kein Hinterhalt wird uns davon abhalten können, die Einheit, Solidarität und die territoriale Integrität der Türkei zu verteidigen", hieß es in der Erklärung.

Bei einer Explosion nahe der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir wurden in der Nacht nach offiziellen Angaben vier PKK-Kämpfer getötet. Zu der Detonation sei es gekommen, als PKK-Kämpfer Sprengstoff auf einen gestohlenen Lastwagen geladen hätten, teilte das Innenministerium mit.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, mindestens 22 Menschen seien bei der Explosion in Sarikamis rund 15 Kilometer entfernt von Diyarbakir verletzt worden. Auf Fernsehbildern war ein gewaltiger Krater zu sehen.

Am Tag nach einem Autobomben-Anschlag auf Soldaten am Rande Istanbuls nahm die Polizei acht PKK-Verdächtige in der Millionenmetropole fest, wie Anadolu meldete. Einer davon soll den mit Sprengstoff beladenen Wagen geparkt haben. Bei dem Anschlag waren fünf Soldaten und drei Zivilisten verletzt worden.

Die PKK verübt immer wieder Bombenanschläge auf Sicherheitskräfte. Die Armee geht in der Südosttürkei seit Monaten mit groß angelegten Einsätzen gegen die PKK vor. Der Konflikt eskaliert, seit im Sommer vergangenen Jahres eine Waffenruhe zusammenbrach.

Mitteilung der Streitkräfte (Türkisch)

Täglicher Lagebericht der Armee (Türkisch)

Statement Erdogan (Türkisch)

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.