Vorgezogene Abstimmung

Kroaten wählen neues Parlament

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Wahlplakat in Zagreb: Kroatien wählt ein neues Parlament. Foto: Antonio Bat

Zagreb - Beim jüngsten EU-Mitglied Kroatien hat am Sonntag die vorgezogene Parlamentswahl begonnen. 3,8 Millionen Wähler sollen über eine neue Regierung entscheiden, nachdem die alte schon nach fünf Monaten auseinandergebrochen war.

Alle Umfragen rechnen mit einem ganz ähnlichen Ergebnis wie beim letzten Mal. Die beiden Großparteien, die Konservativen und die Sozialdemokraten, dürften danach annähernd gleichauf liegen. Die Entscheidung fiele dann durch die neue Reformpartei Most, die bei der Abstimmung vor zehn Monaten auf Anhieb den dritten Platz erobern konnte.

Das Mysterium der Wahlberechtigten

Die staatliche Wahlkommission hat für die vorgezogene Parlamentswahl in Kroatien am Sonntag 3,8 Millionen Stimmberechtigte registriert. Nach Berechnungen heimischer Demografen dürften es eigentlich aber nur 3,3 oder sogar nur 3,2 Millionen sein. Wie kommen 600 000 Bürger, also knapp 16 Prozent aller Erwachsenen, als Karteileichen in die Wählerlisten?

Laut Statistikamt lebten Ende letzten Jahres in dem Adriastaat 4,2 Millionen Menschen. Demografen wie Stjepan Sterc beziffern die Bevölkerung sogar nur auf vier Millionen, weil sich die massenhaft abwandernden Menschen in ihrer alten Heimat nicht abmelden. Ein Fünftel aller Kroaten ist jünger als 18 Jahre, darf also nicht wählen.

Innenminister Vlaho Orepic hatte in den letzten Monaten Meldeadressen überprüfen lassen und Zehntausende aus den Verzeichnissen gestrichen. Völlig unübersichtlich sind die Wahllisten im benachbarten Bosnien-Herzegowina. Dort durften bei der letzten Wahl 21 000 Menschen mit Doppelstaatsbürgerschaft wählen, heute sind es 35 000.

dpa

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