Diskussion um Streit mit VW-Zulieferern: Sind sie Partner oder Knechte?

Im Streit zwischen VW und zwei Zulieferern wehren sich die Unternehmen gegen Vorwürfe und geben Volkswagen die Schuld an den Produktionsausfällen. Was ist da eigentlich los bei diesem Verhältnis? Jan Schlüter kommentiert.

Was – könnte man mit Staunen fragen – tut VW nicht alles, um sich selbst zu schaden? Affären und Skandale hat es in der Geschichte des Autobauers immer wieder gegeben. Zuletzt den immens großen Abgasskandal. Er wird viele Jahre nachwirken, tiefe Spuren in der Bilanz und tiefe Kratzer im Image hinterlassen.

Und nun auch noch der eskalierende Streit mit einem Zulieferer. Eine extrem verworrene Geschichte, für die Öffentlichkeit noch undurchschaubar, aber mit großer Wirkung. Bänder stehen in mehreren Werken still, zig Tausende werden wohl Kurzarbeit machen müssen. Wieder sind die Arbeiter in den Produktionshallen die Leidtragenden, obwohl sie nun rein gar nichts dafür können.

Meinungsverschiedenheiten und Interessengegensätze gibt es allerorten in der Wirtschaft. Wie aber konnte es passieren, dass sich der Streit dermaßen zuspitzt, dass sogar die Herstellung des Golf-Modells zum Erliegen kommt? Und womöglich per Gerichtsbeschluss Teile aus den Hallen geholt werden? VW muss und wird den aktuellen Fall klären. Doch dabei sollten es die Verantwortlichen nicht belassen.

Vielmehr müssen auch die zeitkritischen Lieferketten hinterfragt werden. Und – was mindestens so wichtig ist – der Umgang mit Zulieferern muss überdacht werden. Da ist gern von Partnerschaft die Rede. Manche Zulieferfirmen empfinden diese aber eher als Knechtschaft. Das hört man hinter vorgehaltener Hand. Denn öffentlich äußern werden sie sich nicht. Zu mächtig ist VW, zu groß die Abhängigkeit von dem Wolfsburger Auftraggeber. 

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Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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