Ein Ziel haben die Terroristen schon erreicht: Angst zu verbreiten

In Chemnitz hat die Polizei offenbar einen schweren Sprengstoff-Anschlag verhindert. Ein Kommentar unseres Berliner Korrespondenten Hagen Strauß.

Der internationale Terrorismus hat nicht nur Syrien, den Irak und Libyen zu seinen Schlachtfeldern erklärt. Sondern auch Europa. Und damit ebenso Deutschland. Der Axt-Anschlag in einem Regionalzug nahe Würzburg und der Selbstmordanschlag in Ansbach Mitte des Jahres haben gezeigt, wie groß die Gefahr ist.

Zum Glück konnten zahlreiche Attacken von den Sicherheitsbehörden verhindert werden. So wie jetzt in Chemnitz. Geheimdienste und Polizei sind gut aufgestellt, sie kennen die Gefährder und ihre Netzwerke. Die polizeiliche Zusammenarbeit, ihre Ausrüstung, ihr technisches Wissen sind in den letzten Jahren deutlich verbessert worden.

Das trug dazu bei, dass es hiezulande anders als in Frankreich noch keine Anschläge mit Dutzenden Toten gab. Ein solcher wäre es sicher geworden, wenn der Hauptverdächtige von Chemnitz seinen hochexplosiven Sprengstoff hätte zünden können.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass bisher immer nur einzelne mutmaßliche Attentäter unter Hunderttausenden Flüchtlingen gefasst wurden. Täter, die sich mitunter auch erst hier über das Internet radikalisiert haben. Es wäre daher unredlich, all jene zu verurteilen, die genau wegen dieser Mörder aus ihren Ländern geflohen sind. Außerdem ist die islamistische Terrorgefahr nicht erst durch die Flüchtlingskrise entstanden.

Neu ist, dass sich die Angst inzwischen ins Alltägliche eingeschlichen hat. Die Ereignisse von Chemnitz werden das Gefühl der Unsicherheit bei den Bürgern noch einmal verstärken. Das haben die Terroristen leider bereits erreicht. nachrichten@hna.de

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.