Zoff um Fluglärm und Festival in Mainz

Das hr-Sinfonieorchester in der Basilika von Kloster Eberbach in Eltville bei einer Probe fürs Rheingau-Musik-Festival. Foto: dpa

wiesbaden/Mainz. Mit einer Briefaktion haben Fluglärmgegner das Rheingau Musik Festival (RMF) gegen sich aufgebracht. Die Initiative gegen Fluglärm Mainz hatte weltberühmte Künstler angeschrieben und sie auf mögliche Störungen ihrer Konzerte beim Festival durch Fluglärm hingewiesen.

Dass es zu Störungen kommen könne, sei schlicht gelogen, sagte der Festival-Intendant Michael Herrmann unserer Zeitung.

Einige Künstler hätten bereits abgesagt - „ob das nun mit dem Schreiben zu tun hat, wissen wir natürlich nicht“, sagte Herrmann. Es sei wahrscheinlich, dass man eine Klage anstrebe, sagte Herrmann. Die Unterlassungserklärung, die den Fluglärmgegnern zugeschickt wurde, sei nicht unterschrieben worden.

Die Initiative gegen Fluglärm warnte unter anderem den Pianisten András Schiff, Hélène Grimaud und Martin Stadtfeld Ende Mai, die Veranstaltungsorte ihrer Konzerte lägen in der Einflugschneise der neuen Nordwestlandebahn des Frankfurter Flughafens. Das könne die Konzerte empfindlich stören, heißt es in dem Schreiben.

Aufgrund der personellen Verflechtungen zwischen dem RMF, Luftverkehrswirtschaft, hessischer Landesregierung und Deutscher Flugsicherung sei es aber durchaus möglich, dass für die Konzerte Flugrouten verlegt würden. „Für die Künstler und die Zuhörer ist dies ein sehr angenehmes Entgegenkommen, für die vom Fluglärm betroffene Bevölkerung purer Zynismus“, heißt es in dem Schreiben der Initiative weiter. „Es werden natürlich keine Flugrouten verlegt“, sagt Intendant Michael Herrmann. So einfach sei das nicht.

In den 90er Jahren habe man es einmal so eingerichtet, dass einige Flugrouten stärker genutzt wurden, um dem Festival Lärm zu ersparen, sagte ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung auf Anfrage. Seitdem nie mehr, weil es zu viele Anfragen dieser Art gegeben habe. Flugrouten seien aber nie verlegt worden.

Auch im hessischen Landtag sorgte das Thema schon für Debatten: Im November 2012 antwortete der damalige Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) auf eine Grünen-Anfrage, es sei völlig ausgeschlossen, für das Rheingau-Musik-Festival Flugrouten zu ändern.

Der Vereinsvorsitzende der Fluglärmgegner, Jochen Schraut, zum Warnbrief der Initiative: „Diese Schreiben erhalten die Künstler des RMF bereits seit drei Jahren.“ In diesem Jahr reagierte das RMF erstmals. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport und die Lufthansa unterstützen seit Jahren das Festival finanziell. (mit dpa)

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