Frankfurt. Ist das der Sieg, der dem KSV Hessen Kassel den Weg weist? Mit einer klaren Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit und einem großen kämpferischen Kraftakt gewannen die Löwen bei der bisher ungeschlagenen zweiten Mannschaft von Eintracht Frankfurt mit 2:1 (0:1).
Nach einem erneut frühen Rückstand sorgten Tobias Damm und Enrico Gaede mit ihren Toren nach dem Wechsel für den umjubelten Sieg. "Dieser Erfolg kann ein Auslöser sein", freute sich Christian Hock. Der Trainer war vor allem mit der Einstellung seiner Spieler hochzufrieden: "Zuletzt gingen die Köpfe runter, wenn wir zurücklagen. Das war diesmal ganz anders."
Der Beginn aber, der war wie so oft. Das Spiel hatte noch nicht richtig begonnen, da lag der KSV bereits zurück. Der erste gefährlich Angriff der Eintracht führte zum 1:0. In der 2. Minute hatte Elia Soriano im Strafraum richtig viel Platz und ließ Erik Domaschke im KSV-Tor mit einem satten Schuss keine Chance. "Da haben wir wohl noch geschlafen", ärgerte sich Hock. Die Löwen hätten auf der Stelle die passende Antwort geben können. Doch Kapitän Enrico Gaede spielte sich bei seinem ersten Einsatz nach der Verletzungspause zwar schön in Position, schoss dann aber über das Tor.
Die Gäste traten trotzdem zunächst druckvoll auf. Dann aber prallte Patrick Wolf mit Dennis Streker zusammen. Der Frankfurter musste ausgewechselt werden, Wolf spielte mit Kopfverband weiter - und nach der Verletzungspause war der Spielfluß erst einmal weg. Von Kassel kam vor allem über die Flügel, die von Christopher Nguyen und Caner Metin besetzt wurden, zunächst zu wenig. Die Riesenchance zum Ausgleich gabe es vor der Pause trotzdem noch. Allerdings nicht aus dem Spiel heraus. Einen langen Einwurf von Sebastian Gundelach verlängerte Tobias Damm mit dem Hinterkopf ganz dicht vor das Tor.
Tim Knipping und Patrick Wolf erwischten das Leder aber nicht (34.). Trainer Hock reagierte zur Pause, brachte René Ochs für Metin. Diese Maßnahme machte sich bereits nach sieben Minuten bezahlt. Ochs flankte von der linken Seite, Tobias Damm hielt den Kopf hin und am kurzen Pfosten ging das Leder über die Linie. Endlich der Ausgleich für die Löwen, die sich kurz zuvor noch bei ihrem Torhüter bedanken mussten, dass es nicht 0:2 stand. Erik Domaschke reagierte glänzend, als Marcel Titsch-Rivero sich gegen Gerdes durchgesetzt und scharf geschossen hatte.
Der ersehnte Ausgleich, er setzte noch mehr Kräfte frei. Wolf zeigte trotz Turban eine klare Leistungssteigerung, Gaede dirigierte umsichtig im Mittelfeld. Doch vor allem: Der Siegeswille war den Kasselern nun deutlich anzusehen. Nach dem 1:1 hatten die Gäste die Partie komplett im Griff. Sie ließen nun keine Chance der Gastgeber mehr zu. Und vor allem: Nach und nach erhöhte der KSV den Druck.
Zweimal hatten die Löwen noch Pech. Zunächst, als Damm nach Wehrendts schönem Zuspiel in die Spitze an Torhüter Mario Miltner scheiterte (78.), dann als Mayers 40-Meter-Schuss von der linken Seite am Pfosten landete (81.). Dann jedoch war es soweit. Nach Gundelachs Einwurf landete der Ball bei Enrico Gaede, der den Ball irgendwie über die Linie bugsierte (82.). "Wenn mir das Ding vor die Füße fällt, muss ich es reinmachen", freute sich der Torschütze - und mit ihm der KSV über einen unglaublich wichtigen Auswärtssieg.
Von Frank Ziemke
Eintracht: Miltner - Schaaf, Cosic, Bellaid, Jung - Streker (11. Cimen), Nazarov (62. Albayrak)- Titsch-Rivero, Di Gregori, Alvarez (59. Wolfert) - Soriano
Kassel: Domaschke - Gundelach, Wolf, Knipping, Gerdes - Gaede, Wehrendt - Nguyen (64. Riske), Mayer, Metin (46. Ochs) - Damm (90. Grembowietz)
Zuschauer: 300
Tore: 1:0 Soriano (2.), 1:1 Damm (52.), 1:2 Gaede (82.)
Gelbe Karten: Di Gregorio
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