Nürnberg/Kassel. Was nun, KSV Hessen Kassel? Der Fußball-Regionalligist hat sich am Samstag erneut blamiert. Beim Tabellenvorletzten 1. FC Nürnberg II kassierte die Mannschaft von Trainer Christian Hock eine peinliche 1:4-Pleite.
Nach der dritten Niederlage in Folge und einer abermals desolaten Vorstellung stellt sich mehr und mehr die Frage: Was wird aus Trainer Christian Hock? So kurz nach dem Spiel "kann und will ich dazu nichts sagen", sagte Giuseppe Lepore. Aber auch damit hat der KSV-Geschäftsführer ziemlich viel ausgedrückt: Nach den vorherigen Niederlagen hatte er nämlich immer betont, dass der Verein zu Hock stehe.
Ein klares Bekenntnis zum Trainer blieb diesmal aus. Er müsse erst einmal eine Nacht drüber schlafen, sagte Lepore. "Der Auftritt der Mannschaft war zu desolat, als dass ich jetzt eine Aussage treffen könnte. Nur so viel: Es war ein Tiefpunkt." Die Niederlage müsse man erst mal setzen lassen.
Auch Pressesprecher Torsten Pfennig erklärte: "Heute passiert nichts. Aber wir müssen tief in uns gehen." Hock selbst fuhr nach dem Spiel gleich nach München. Er will dort den kommenden KSV-Gegner Bayern München II beobachten, der am Sonntag gegen Worms antritt. Er sagte: "Ich bin beim KSV angestellt, und deshalb fahre ich auch nach München." Er geht davon aus, dass er am Freitag gegen eben dieses Bayern München II im Auestadion als Trainer des KSV Hessen Kassel fungiert.
Zur Leistung seines Teams fehlten Hock die Worte, wie er sagte. Dann sprach er doch: "Keiner, der auf dem Platz stand, hat annähernd Normalform erreicht." Ob die Mannschaft womöglich gegen ihn spielt? "Kann ich nicht beantworten. Aber wenn das so wäre, wäre das ein Desaster und eine Frechheit. Ich glaube es aber nicht." Allerdings: Eine Trotzreaktion auf die vergangenen Niederlagen blieb in Nürnberg abermals aus. Wieder einmal verschliefen die Nordhessen die erste Halbzeit vollkommen. In der 21. Minute erzielte Nicolas Görtler die 1:0-Führung für die Gastgeber. Per Foulelfmeter legte die Reserve des Bundesligisten in Person von Sebastian Mützel sogar noch nach (34.).
Im Gegensatz zu den vorherigen Spielen zeigte der KSV nach dem Wechsel aber keinerlei Aufbäumen. So erhöhten die Franken durch Julian Wießmeier sogar noch auf 3:0 (53.). Fünf Minuten später sorgte abermals Mützel dafür, dass es für den KSV Hessen Kassel gänzlich zur Blamage wurde. Der 1:4-Anschluss durch Jens Grembowietz in der 63. Minute war somit nur noch Ergebniskosmetik. Noch Minuten nach dem Schlusspfiff saß KSV-Trainer Christian Hock allein und regungslos auf der Bank.
Ob er noch einmal für den KSV als Coach auf der Bank sitzen wird, ist äußert fraglich. Interessant: Der Liveticker vom Spiel in Nürnberg auf der vereinseigenen Internetseite endet so: "Gegen die zweite Mannschaft der Nürnberger geht der KSV Hessen Kassel mit 1:4 sang- und klanglos unter. So kann es nicht weitergehen! Konsequenzen sind überfällig! Das ist die mittlerweile die sechste Niederlage in Folge." Dabei ist der Sieg gegen Pfullendorf zwischendurch schon beim KSV selbst offenbar in Vergessenheit geraten. (lip/hag)
KSV-Aufstellung: Domaschke - Riske, Grembowietz, Knipping, Gerdes - Murawski (68. Pforr), Wehrendt - Nguyen (46. Wolf), Metin - Damm (67. Herpe), Hajdarovic
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