Kassel. Ein erfolgreicher Abschied des alten Trainers, eine Vorstellung des neuen mit flammendem Appell und einer echten Überraschung: Beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel wurde am letzten Spieltag vor der Winterpause einiges geboten.
Zunächst beschenkte die Mannschaft vor 1300 Zuschauer im Auestadion den scheidenden Interimstrainer Holger Brück mit einem überraschenden 3:2 (2:2)-Sieg gegen den Tabellendritten Eintracht Frankfurt II.
Bald zurück beim KSV? Uwe Wolf will versuchen, den ehemaligen Publikumsliebling Thorsten Bauer zurückzuholen.In einem abwechslungsreichen Spiel mit zahlreichen Torchancen war Andreas Mayer der überragende Spieler, erzielte alle drei Treffer für die Löwen. Vor der Pause fielen vier Tore in nur zehn Minuten. Mayer brachte den KSV nach Vorarbeit des ebenfalls überzeugenden Christopher Nguyen in Führung (27.), fast im Gegenzug erzielte der Ex-Kasseler Mario Pokar den Ausgleich. Und auch die zweite KSV-Führung hatte nicht lange Bestand: Mayers verwandeltem Foulelfmeter (32.) ließ Nazarov mit einem Schuss von der Strafraumgrenze das 2:2 folgen (37.). Mayers dritter Treffer nach einem tollen Konter der Gastgeber brachte in der 75. Minute aber die Entscheidung.
Brücks Abschied mit einem Sieg folgte dann der erste offizielle Auftritt des Mannes, der die Löwen ab dem kommenden Jahr wieder in eine bessere Zukunft führen soll. Und Uwe Wolf fand bei seiner Vorstellung als neuer Cheftrainer flammende Worte. „Ich möchte hier etwas bewegen“, sagte der 44-jährige Ex-Profi, gab für die kommende Saison den Aufstieg in die Dritte Liga bereits jetzt als Ziel aus.
Vor allem aber appellierte Wolf, der zuletzt Co-Trainer in Ingolstadt war, an den Zusammenhalt im Verein: „Wenn ich das sehe: 1300 Zuschauer in diesem Stadion. Das muss anders werden. Wir müssen hier wieder enger zusammenrücken. Alle müssen an einem Strang ziehen. Dann wird das Auestadion auch wieder zu einer Macht.“
Schließlich hatte Wolf noch einen echten Paukenschlag parat. „Ich habe da eine Idee im Hinterkopf“, sagte er. Und die ist keine geringere als die Rückkehr von Thorsten Bauer. „Natürlich kann ich nichts versprechen“, sagt Wolf, „aber ich werde mir seine Telefonnummer geben lassen. So eine Legende wie Thorsten Bauer hat einen anderen Abschied verdient. Und wir können ihn in der Rückrunde gebrauchen.“ In seiner Trainerkarriere hat Wolf Erfahrungen mit dem KSV-Stürmer gemacht, und zwar als er die Reserve von 1860 München coachte. „An meinem 40. Geburtstag 0:4 verloren und Bauer macht drei Tore“, erinnert er sich. Die KSV-Fans können nun ein wenig träumen, doch noch einmal Bauer-Tore bejubeln zu können. (frz)
Rubriklistenbild: © HNA/Schachtschneider
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