Memmingen. Die Lage beim KSV Hessen verschärft sich immer mehr. Der Fußball-Regionalligist verlor am Freitagabend in Memmingen mit 1:3 (0:2) und blieb damit auch im vierten Spiel in Serie sieglos. Unterdessen wird der Druck auf Christian Hock immer größer.
Der Trainer muss mehr denn je um seinen Job bangen, da sich bereits im Vorfeld die Hinweise verdichteten, dass er im Falle einer weiteren Pleite gehen muss.
Dabei begannen die Gäste in Memmingen erfolgsversprechend. In der vierten Minute lief über Rene Ochs der Konter, doch Andreas Mayer setzte auch 18 Metern zu hoch an. Auf der Gegenseite hatte KSV-Keeeper Eric Domaschke Glück, dass Hindelangs Heber ebenfalls zu ungenau war. Und noch mehr Glück in der zehnten Minute, als er gegen Memmingens Mario Schmidt ein Dribbling wagte, Schmidt grätschte und der Ball ging knapp am Tor vorbei.
Doch der Druck der Hausherren ging weiter, Hindelang spielte mustergültig auf den völlig alleingelassenen Harald Holzapfel, der aus fünf Metern keine Mühe mit dem 1:0 (14.) hatte. Kassel schien geschockt - umso mehr, als sechs Minuten später der Ball wieder im Tor lag. Schmidt zog von der Strafraumgrenze ab, Domaschke konnte zwar abwehren, aber gegen den Abstauber von Kahric war kein Kraut gewachsen.
Kassel spielte zwar gefällig, doch die Defensive zeigte unübersehbare Schwächen. Die Hausherren schalteten angesichts des Vorsprungs ein wenig zurück, im gleichen Maß wurde Kassel stärker. Insbesondere über die rechte Angriffsseite ging nun mehr Druck aus. Dennis Wehrend versuchte es aus 25 Metern, scheiterte aber am Memminger Keeper (32.). Der KSV hatte zwar optische Vorteile, die besseren Möglichkeiten aber weiterhin Memmingen. Zobel’s Schlenzer ging um Zentimeter am Kasseler Gehäuse vorbei, Kahric und Decker verpassten ebenfalls knapp - was kurz vor der Pause wohl die Vorentscheidung gewesen wäre. Doch ganz aufgeben wollten sich die Gäste nicht - Nguyen traf aus 18 Metern die Kante des Tordreiecks (45.).
Christian Hock vertraute nach dem Wechsel weiter seiner Startformation. Memmingen wurde nun wieder mehr unter Druck gesetzt - und es stellten sich Chancen ein. Tobias Damms Schuss aus 18 Metern verfehlte das Ziel aber knapp (55.). Kassel drückte weiter, die Hausherren konnten sich in dieser Phase nur unkontrolliert befreien. Mit Folgen für die Allgäuer, denn Tim Knipping stand nach einem Freistoß von Andreas Mayer goldrichtig und köpfte zum mittlerweile verdienten 1:2 nach 66 Minuten ein.
Auf der anderen Seite hielt Domaschke sein Team mit einer tollen Reaktion nach Decker-Kopfball (70.) weiter im Spiel und Andi Hindelang verstolperte drei Meter vor dem Kasseler Tor (71.). Immer wieder war es Hindelang, der für größte Gefahr sorgte, aber Domaschke nicht überwinden konnte und damit blieben die Gäste im Spiel.
Rene Ochs hatte den Ausgleich auf dem Fuß, wurde aber im Fünfmeterraum geblockt (84.). Im Gegenzug die Entscheidung: Zobels Eckball verwertete der zuvor glücklose Hindelang zum 3:1. Damit war der Widerstand der Hessen endgültig gebrochen, die nun in eine ungewisse Zukunft gehen.
Von Wolfgang Radeck
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