Eine Deutsche und ihre Teefarm am Fuß der Cederberge

Teatime in Südafrika

005.02.10|AfrikaFacebook
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Winterzeit ist Teezeit. Eine ganz besondere Sorte kommt weit her aus dem Süden Afrikas: der Rooibos. Zu den Farmern, die die Wildpflanze dort in den Bergen auf 500 bis 800 Meter Höhe ernten gehört Katrin Nieuwoudt.

Nieuwoudt Farm

© Nieuwoudt Farm, privat

Tee in Beuteln: Mit Eseln wird die Ernte des wilden Rotbusch aus den Bergen heruntergeholt.

Ihr Abitur machte sie in Weinheim an der Bergstraße, in Kiel studierte sie Geologie und im Kopf hatte sie immer schon die weite Welt.

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Ihr erster Job führte die damals 27-jährige Katrin Ahlsdorff zum Wasseramt ins namibische Windhoek. Dort lernte sie Jannie Nieuwoudt kennen, einen jungen Farmerssohn aus Südafrika. Und fortan war Afrika für die junge Deutsche nicht nur eine Station ihres Lebens, sondern ihre neue Heimat und Zukunft. Katrin und Jannie betreiben die Jamaka-Farm in den Cederbergen bei Clanwilliam, rund 220 Kilometer nördlich von Kapstadt. Eine ihrer Spezialitäten: wilder Berg-Rotbusch-Tee, der nur dort in 500 bis 800 Metern Höhe wächst.

Das Hauptgeschäft der Farm sind Zitrusfrüchte und Mangos. Aber auch sieben Gästehäuser und ein Campingplatz sichern das Auskommen der Familie.

Die Farm ist Ausgangspunkt für wunderbare Wanderungen, zum Wasserfall von Algeria, hinauf zum Pass oder entlang eines Naturlehrpfads, an dem man die typische Flussvegetation und die Bergpflanzen studieren kann. Als besonders wertvollen Schatz der Natur sehen die Nieuwoudts den unbehandelten wildwachsenden Tee, den die Südafrikaner Rooibos nennen. „Rooibos und Rotbusch – das ist dasselbe“, erklärt die Farmerin. „Aber angebauter Rooibos wurde durch Züchtung immer mehr verändert.“

Familie Nieuwoudt© Nieuwoudt Farm, privatStarkes Team: Katrin und ihre Familie.

Bei ihrem Tee dagegen hat kein Mensch je mitgemischt, und so soll es auch bleiben. „Die Pflanzen gedeihen ganz im Einklang mit der Natur. Deshalb haben wir ihn ,Skoon‘ genannt.“ In der Sprache Afrikaans bedeutet das „rein und schön“. In Südafrika ist Rooibos-Tee das Nationalgetränk. Längst aber ist er auch in Deutschland stark gefragt. „Rotbusch-Tee wird bei uns in der Kategorie der Kräuter- und Früchtetees geführt“, erläutert Monika Beutgen, Geschäftsführerin des Deutschen Teeverbands in Hamburg. „Rotbusch ist als koffein freie Alternative zum schwarzen Tee sehr beliebt geworden.“ Nach wie vor sei Pfefferminztee mit 16 Prozent Marktanteil „der Prinz unter den Kräuter- und Früchtetees“. Rotbusch-Tee bringt es immerhin auf sieben Prozent.

Südafrika - Natur pur

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Doch bevor der wildwachsende Tee zum Verbraucher kommt, ist harte Arbeit angesagt. „Im Gegensatz zum herkömmlichen Rooibos ist der Tee oben in den Cederbergen schwer zu ernten“, sagt das Farmer-Ehepaar Nieuwoudt. Mühsam müssen die Arbeiter die Hänge hinaufklettern. Nur erwachsene Pflanzen, die geblüht und ihre Samen schon verstreut haben, werden vorsichtig mit der Sichel abgeschnitten. Anschließend wird der

Rooibos mit Eseln ins Tal gebracht. Um den Bestand zu erhalten, wird nur alle zwei Jahre geerntet. Nach der Ernte werden die Zweige und Nadeln geschnitten und in Bahnen ausgebreitet. Danach setzt die Fermentation ein, die dem Tee die rot-braune Farbe und das karamellartige Aroma gibt. Und dann ist Teatime in Südafrika.

Wolfgang Duveneck

DIE REISEINFOS

REISEZIEL Das Tal der Nieuwoudts liegt in den Cederbergen bei Clanwilliam, etwa 220 Kilometer nördlich von Kapstadt.

ANREISE Air Berlin fliegt zweimal wöchentlich von München nach Kapstadt. Hin- und Rückflug ab zirka 750 Euro. Einen Mietwagen für Südafrika bucht man z.B. bei Holiday Autos ab 144 Euro pro Woche.

REISEZEIT/KLIMA Jetzt ist die schönste Jahreszeit am Kap, denn der deutsche Winter ist der südafrikanische Sommer und umgekehrt.

REISETYP Für Individualisten, die das Gastgeber-Land der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft erkunden wollen, bevor dort nur noch der Ball rollt.

DIE FARM Die Jamaka-Farm hat sich dem ökologischen Anbau verschrieben. Der Berg-Rooibos-Tee wächst natürlich und wird nach traditioneller Art von Hand geerntet. Urlauber können die Ernte auf der Farm miterleben.

GÄSTEHÄUSER Die Jamaka-Farm hat sieben Gästehäuser, die zwischen Mango- und Orangenbäumen stehen. Am Fluss gibt es außerdem einen Campingplatz mit einem großen Pool aus Natursteinen. Preise um die 30 Euro für das Gästehaus, neun Euro pro Campingplatz.

AUSFLÜGE Historische Missionsstation Moravian und Wupperthal. In einer Stunde ist man am weißen Sandstrand von Lamberts Bay an der südafrikanischen Westküste

WEITERE INFOS South African Tourism in Frankfurt, Service Nummer 0800/1189118 (kostenfrei), www.southafrica.net.

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