Reisetrend

Schick und trotzdem preiswert: Poshtels erobern die Städte

Hotel oder Hostel? Accor legt sich bei seiner neuen Marke für Millenials ("JO&JOE") gar nicht fest - hier ein Beispiel für die Gestaltung eines Zimmers. Animation: AccorHotels Foto: AccorHotels
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Hotel oder Hostel? Accor legt sich bei seiner neuen Marke für Millenials ("JO&JOE") gar nicht fest - hier ein Beispiel für die Gestaltung eines Zimmers. Animation: AccorHotels Foto: AccorHotels
Auch die Hotellerie orientiert sich am Trend zu Design und Chic - zum Beispiel die Häuser von "CitizenM", hier das Haus in New York. Foto: CitizenM/Richard Powers
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Auch die Hotellerie orientiert sich am Trend zu Design und Chic - zum Beispiel die Häuser von "CitizenM", hier das Haus in New York. Foto: CitizenM/Richard Powers
Der Look des "Generator" in Berlin-Mitte erinnert so gar nicht an das Bild des klassischen Hostels - deshalb kann man es auch als Poshtel bezeichnen. Foto: Generator/Sinue Serra
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Der Look des "Generator" in Berlin-Mitte erinnert so gar nicht an das Bild des klassischen Hostels - deshalb kann man es auch als Poshtel bezeichnen. Foto: Generator/Sinue Serra
Neue Wege bei der Optik eines Hotelzimmers geht auch "Prizeotel" - hier ein Beispiel aus Hamburg. Foto: Prize Management Group/Eric Laignel
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Neue Wege bei der Optik eines Hotelzimmers geht auch "Prizeotel" - hier ein Beispiel aus Hamburg. Foto: Prize Management Group/Eric Laignel
Hell, clean, modern: Das Berliner Poshtel "The Cat&#39s Pajamas" steht für den Trend zu immer mehr schicken Hostels. Foto: The Cat&#39s Pajamas GmbH/Franz Brück
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Hell, clean, modern: Das Berliner Poshtel "The Cat's Pajamas" steht für den Trend zu immer mehr schicken Hostels. Foto: The Cat's Pajamas GmbH/Franz Brück
Lifestyle-Unterkünfte setzen auf ausgefallenes Design - das gilt manchmal sogar für die Toiletten, wie das "25hours" in Frankfurt zeigt. Foto: 25Hours Hotels/Stephan Lemke
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Lifestyle-Unterkünfte setzen auf ausgefallenes Design - das gilt manchmal sogar für die Toiletten, wie das "25hours" in Frankfurt zeigt. Foto: 25Hours Hotels/Stephan Lemke
Einen Schlafsaal gibt es zwar auch im "TOC Hostel" in Barcelona - jedoch keine klapprigen Stockbetten, sondern schicke Schlafnischen - fast alle Hostels haben aber mittlerweile auch Einzelzimmer. Foto: TOCHostels
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Einen Schlafsaal gibt es zwar auch im "TOC Hostel" in Barcelona - jedoch keine klapprigen Stockbetten, sondern schicke Schlafnischen - fast alle Hostels haben aber mittlerweile auch Einzelzimmer. Foto: TOCHostels
Das "Wallyard Concept Hostel" ist eines der mittlerweile zahlreichen Poshtels in Berlin - meist sind die Zimmer dort deutlich günstiger als in einem Hotel. Foto: Wallyard/Chiara Bonetti
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Das "Wallyard Concept Hostel" ist eines der mittlerweile zahlreichen Poshtels in Berlin - meist sind die Zimmer dort deutlich günstiger als in einem Hotel. Foto: Wallyard/Chiara Bonetti
Als stylisch kann man die Lobby des Hostels "ONE80" am Berliner Alexanderplatz bezeichnen - das Haus passt gut in die Kateogorie Poshtel. Foto: Azure
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Als stylisch kann man die Lobby des Hostels "ONE80" am Berliner Alexanderplatz bezeichnen - das Haus passt gut in die Kateogorie Poshtel. Foto: Azure

Was macht ein Reisender, dem ein Hotel zu teuer, ein Hostel zu ranzig und eine Privatunterkunft zu intim ist? Er bucht ein Poshtel - oder auch Boutique-Hostel. Die Design-Häuser für kleines Geld sind der große Trend in Europas Großstädten. Ihr Erfolg hat viele Gründe.

Berlin (dpa/tmn) - Bei Hostels denken viele an Stockbetten mit schnarchenden Fremden, zugige Flure und schlecht sortierte Gemeinschaftsküchen. Die Einrichtung ist nicht schön, aber funktional. Doch dieses Bild ist überholt, eine neue Form des Hostels hat seinen Siegeszug angetreten: das Poshtel.

Dabei handelt es sich um eine Wortschöpfung aus "posh" (schick) und Hostel - und einen absoluten Trend. Die Reisebibel Lonely Planet sprach bereits vom unaufhaltsamen Aufstieg der Poshtels. Was hat es damit auf sich?

Das Poshtel verbindet das Gemeinschaftskonzept des Hostels mit einem aufregenden Design und besonderen Annehmlichkeiten. "Die Gäste finden eine Ausstattung vor, die man sonst nicht mit einem Hostel verbindet, zum Beispiel Pool, Dachterrasse, Bar, Restaurant und kostenloses Frühstück", sagt Paul Halpenny von Hostelworld.com. Das Poshtel ist also nicht mehr bloß ein möglichst günstiger Platz zum Übernachten, sondern ein ansprechender Ort, an dem man sich gerne aufhält. Die Nacht ist trotzdem deutlich günstiger als in einem Hotel.

Halpenny spricht von einer "Revolution der Hostels", die in den vergangenen Jahren stattgefunden habe. Heute hätten neun von zehn Häusern auch private Zimmer, und es sei schwer, kein kostenloses WLAN zu finden. Die Ansprüche der Reisenden sind gestiegen, und mit ihnen haben sich Einrichtung und Ambiente der Hostels verbessert.

"Früher boten Hostels ein günstiges Bett für die Nacht", sagt Tobias Warnecke, Referent beim Hotelverband Deutschland (IHA). "Heute legen die Reisenden zunehmend Wert auf das Design und die Ästhetik ihres temporären Zuhauses, ohne auf den günstigen Preis und die gesellige und ungezwungene Atmosphäre eines Hostels verzichten zu wollen."

"Poshtels erleben in ganz Europa und weltweit eine starke Nachfrage", bestätigt Gillian Tans, CEO der Hotelbuchungsplattform Booking. Das ist zunächst nicht so offensichtlich, weil der Begriff Poshtel noch nicht so verbreitet ist. Die Häuser werden oft als Design-Hostels oder Boutique-Hostels vermarktet.

Spätestens seit dem Aufstieg der Kette Motel One versuchen die Hotels in den Großstädten, Zimmer in zeitgemäßem Design für überschaubares Geld anzubieten. Doch an die Hostel-Preise kommen sie nicht heran. Es sind die angesagten Metropolen Europas, in denen mehr und mehr Poshtels öffnen. Halpenny nennt etwa das "Wallyard Concept Hostel" in Berlin, das "Sunset Destination" in Lissabon und das "TOC Hostel" in Barcelona. Gerade in der deutschen Hauptstadt finden sich viele Poshtels, etwa "The Cat's Pajamas", "Generator" oder "ONE80". Euch in Städten wie Chicago oder Sydney gibt es schicke City-Hostels für wenig Geld.

Auch die klassische Hotellerie versucht, diese Nische mit Design-Hotels, Boutique-Hotels oder Lifestyle-Hotels zu belegen. Einen Namen gemacht haben sich hier etwa die Häuser von 25hours, Prizeotel oder CitizenM. Und die großen Hotelketten legen frische und design-orientierte Marken auf, um Jüngere anzusprechen und mit Airbnb mithalten zu können. Andersherum kann sich ein Gast in einem Hostel mit Einzelzimmer und privatem Bad durchaus wie in einem Hotel fühlen.

"Scharfe Abgrenzungen der einzelnen Marktsegmente werden immer schwieriger und verschwimmen zusehends", sagt Tobias Warnecke. AccorHotels zum Beispiel hat gerade die Marke "JO&JOE" speziell für Millenials vorgestellt, 50 Häuser sollen bis 2020 weltweit entstehen. Handelt es sich eher um ein Hotel oder Hostel? Eine Firmensprecherin will sich da auf Anfrage gar nicht festlegen. Sie spricht von einem "open house".

Lonely-Planet-Beitrag zu Poshtels

Bericht des "Business Insider" zu Poshtels

Travelzoo-Artikel "The Rise of the Poshtel"

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