Keine Begründung

Adidas beendet NADA-Unterstützung - Kritik aus der Politik

+
Adidas will den Vertrag mit der NADA auslaufen lassen. Foto: Daniel Karmann

Im Kampf gegen Doping verliert die deutsche Agentur NADA einen Sponsor aus der Wirtschaft. Der Sportartikelkonzern Adidas steigt finanziell aus, will aber dennoch weiter einen Beitrag leisten. Die Politik kritisiert den Ausstieg.

Berlin (dpa) - Der Adidas-Rückzug als NADA-Sponsor wird von der Politik kritisiert.

"Ein traditionsreiches Unternehmen wie Adidas, das quasi als Synonym für den deutschen Sport steht, sollte sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung für einen sauberen Sport bewusst sein", sagte der ehemalige Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Hessens Innenminister Peter Beuth.

Adidas zahle allein für das Recht der Ausstattung des englischen Fußball-Spitzenclubs Manchester United eine knappe Milliarde Euro. Er könne angesichts dessen nicht nachvollziehen, warum der Sportartikelkonzern sich mit seiner Beteiligung in Höhe von 300 000 Euro aus der NADA-Finanzierung zurückziehe. Adidas kommentierte die Summe nicht.

Der Sportartikelkonzern beendet die finanzielle Unterstützung der NADA zum Jahresende. "Wir haben der Nationalen Anti-Doping Agentur bereits im Frühjahr mitgeteilt, dass wir sie über unseren bis zum Jahresende 2016 laufenden Vertrag hinaus nicht mehr finanziell unterstützen werden", sagte Sprecher Oliver Brüggen der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über den Ausstieg berichtet.

Beuth sieht Adidas in der Verantwortung. "Dopingbekämpfung und -prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, nicht eine allein des Staates. Ein Unternehmen, welches beispielsweise durch das Sponsoring der Nationalmannschaft stark vom deutschen Sport profitiert, sollte sich dessen bewusst sein", sagte der Sportminister.

Ein komplettes Ende der Unterstützung das Anti-Doping-Kampfes sei der finanzielle Ausstieg aber nicht, sagte Adidas-Sprecher Brüggen. Das Unternehmen werde weiterhin eine klare Haltung gegen Doping einnehmen. "In allen Verträgen mit unseren Athleten steht, dass wir die vertragliche Zusammenarbeit bei einem bewiesenen Dopingvergehen sofort beenden."

Auch der NADA möchte das Unternehmen verbunden bleiben, weshalb man "aktuell im Gespräch über alternative Formen der Zusammenarbeit" sei, sagte Brüggen.

"Bild"-Artikel hinter der Bezahlschranke

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.