422.01.1222.01.12|Mehr Fußball|
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Abterode. Macht der Hessische Fußball-Verband (HFV) sein Vorhaben wahr und bestraft Fußballvereine aus dem Werra-Meißner-Kreis wegen fehlender Schiedsrichter und nicht erfüllter Einsätze der Referees, dann kommen auf die Klubs drakonische Strafen und dazu noch der Abzug von Punkten zu.
Die Summe von 18 000 bis 20 000 Euro nannte Kreisfußballwart Horst Schott bei der turnusgemäßen Versammlung der Vereinsvertreter in der Winterpause. Im Mittelpunkt der Kritik stand der im vergangenen Monat aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretene Schiedsrichterobmann Anton Döhring (Sontra).
Döhring habe rund zehn Schiedsrichter mit der Leitung von 50 bis 90 Spielen betraut und selbst auch über 60 Begegnungen gepfiffen. Die Klubs anderer Vereine konnten deshalb nicht auf ihr Soll kommen, so der Vorwurf des Kreisfußballwarts.
Die Sache war aufgeflogen, nachdem der HFV Schiedsrichter-Einsätze anhand einer Namensliste auf elektronischem Weg überprüft hatte und dabei weit auseinander klaffende Spieleinsätze bei den Unparteiischen feststellte.
Laut Paragraf 24 der Spielordnung wird ein Unparteiischer vom HFV nur weiterhin als Schiedsrichter anerkannt, wenn er alle die ihm zugewiesenen Begegnungen leitet oder bei Absagen auf mindestens 15 Einsätze pro Saison kommt. Darüber hinaus muss er bei zumindest fünf Pflichtsitzungen der Referees im Jahr dabei sein.
Anton Döhring fehlte bei der Tagung der Vereinsvertreter, räumte in einer telefonischen Stellungnahme gegenüber der HNA aber Unzulänglichkeiten ein.
Die hohe Zahl von Spielleitungen durch einzelne Schiedsrichter ist laut des zurückgetretenen Obmanns auch deshalb zu erklären, weil es bei rund 2000 Ansetzungen für die Unparteiischen gleich zu 343 Absagen gekommen sei. „Dies ist bei Begegnungen in der Woche oder sogar erst zwei Stunden vor Spielbeginn geschehen“, so Döhring. Und: „Wegen der intensiven Arbeit mit hoher Zeitbelastung habe ich dann lieber auf die Schiedsrichter zurückgegriffen, auf die ich mich immer verlassen konnte“.
Auf Döhrings Verfehlungen allein gehen die möglichen hohen Strafen auch nicht zurück. So haben nach Angaben des stellvertretenden Schiedsrichterobmanns Boris Borschel in der vergangenen Spielzeit gleich 58 von 130 im Werra-Meißner-Kreis gemeldeten Unparteiischen die vorgegebene Sollzahl von fünf Besuchen bei Schiedsrichter-Pflichtsitzungen nicht erfüllt .
Laut Kreisfußballwart Schott hat sich Anton Döhring bei seiner Schiedsrichter-Ansetzungsliste allerdings nicht gern in die Karten schauen lassen und sei erstmals in diesem Jahr nach der unheilvollen Kunde aus Frankfurt zu einer gemeinsamen Arbeit bereit gewesen. „Eine Kooperation mit Döhring war schwierig. Es war wohl ein Fehler, dass ich die Leine als Kreisfußballwart zu lang gelassen habe“, räumte Schott ein.
In jedem Fall will der Kreisfußballausschuss in Zukunft für mehr Transparenz sorgen. „Wir versprechen Besserung und werden zwei- bis dreimal pro Jahr eine Schiedsrichterliste erstellen und den Klubs zugänglich machen“, erklärte Schott. Neben einer gerechteren Verteilung bei Schiedsrichter-Einsätzen ist laut Schott aber auch die aktive Mitarbeit der Referees zwingend nötig. Dazu zählen insbesondere die Teilnahme an Sitzungen und erfolgreiche Leistungsprüfungen. (eki)
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