Frankenberg/Korbach. Gefrorene Bäche oder vereiste Scheiben am Auto – Frost und klirrend kalte Temperaturen haben den Landkreis Waldeck-Frankenberg momentan voll im Griff. Darunter leiden auch viele Fußballvereine, die sich auf den Start der Restrunde in ein paar Wochen vorbereiten.
Weil aber der Boden vieler Sportplätze gefroren ist und diese deswegen gesperrt sind, können nur wenige Teams richtig trainieren. Wir haben drei Trainer gefragt, wie sie mit diesen Bedingungen zurecht kommen.
Bernd Keindl vom SC Willingen nimmt es fast schon gelassen. „Es ist kein Neuland für uns hier oben, wenn man im Winter nicht richtig trainieren kann. Bei uns ist es aber immer noch ein bisschen extremer“, sagt er. „Im Upland kann man momentan auf keinem Platz trainieren. Deswegen müssen wir bei unseren Übungseinheiten versuchen zu variieren.“
Konkret heißt das: mal ins Studio zum Spinning oder für‘s Zirkeltraining nach Usseln in die Sporthalle. Auch um die eine oder andere zusätzliche Laufeinheit kommt Keindls junge Mannschaft nicht herum. „In dieser Hinsicht sind wir in Willingen aber im Vorteil“, lächelt er. „Schließlich haben wir hier ein paar schöne Steigungen.“
In Sachen Kleidung hat Keindl einen kurzen, aber wichtigen Rat: warm anziehen. „Ganz wichtig ist, dass der Kopf geschützt ist“, sagt er. „Das hindert einen zwar am Kopfballspiel. Aber wenn man den Kopf nicht schützt, kann man sich ganz schnell etwas holen.“
Wie gefährlich Sporttreiben bei diesen Temperaturen sein kann, weiß auch Tobias Cramer. Der Übungsleiter des Willinger Verbandsliga-Konkurrenten TSV/FC Korbach hat deswegen auch immer die Gesundheit seiner Spieler im Blick. „Eine Belastung im hohen Bereich ist gar nicht möglich“, warnt er. „Das Gesundheitsrisiko ist einfach viel zu groß. Schlimmstenfalls kann es zu einer Herz-Muskel-Entzündung kommen.“
Aber immerhin kann Cramer seine Mannschaft mit dem Ball trainieren lassen – schließlich gibt es in Korbach einen Kunstrasenplatz, der auch bei diesen Temperaturen bespielt werden darf. Hier sind übrigens auch die Willinger schon zwei Mal ausgewichen. In der Halle lässt Cramer sein Team aber nur ungern trainieren. „Die Halle kann einen großen Platz nicht ersetzen“, sagt er. „Da fehlen einem dann schon die letzten 30 Meter, das merkt man.“
Eine andere Alternative als das Hallentraining bleibt Fabian Glaßl allerdings nicht. „Wir sind in den vergangenen Wochen sehr oft in die Soccerhalle ausgewichen“, erzählt der Trainer des Frankenberger Kreisoberligisten TSV Bottendorf. Die Rasenplätze, die er und seine Mannschaft sonst nutzen könnten, seien alle hart gefroren. „Ansonsten gehen wir viel im Wald laufen. Wenn es abends zu dunkel wird, laufen wir durch‘s Dorf.“
Damit sich der TSV trotzdem auch spielerisch auf die Restrunde vorbereiten kann, hat der Verein den Kunstrasenplatz in Wetter (Landkreis Marburg-Biedenkopf) angemietet. Hier sollen noch ein oder zwei Testspiele stattfinden. Glaßl: „Bei der Suche nach Alternativen muss man ein bisschen kreativ sein.“
Von Patrick Stricker



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