Melsungen. Mit einem Sieg im Rücken feiert es sich umso schöner: Die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof gaben sich mit einem 32:25 (13:11) gegen die SG Knetterheide/Schötmar selbst die beste Vorlage für ihre nachfolgende Karnevalsparty in der Melsunger Stadtsporthalle. Aber bevor „Asterix“ Kühlborn, „Obelix“ Marquardt, „Elvis“ Schene und „Minnie Maus“ Hildebrandt ihre Version eines Wolfgang-Petry-Hits schmettern konnten, mussten sie für die zwei Zähler hart arbeiten.
Denn die Ostwestfälinnen erwiesen sich wie schon im Hinspiel als Gegner auf Augenhöhe. Obwohl körperlich unterlegen, hielten sie die Kirchhöfer Angreiferinnen auf Distanz zum Tor. Spielmacherin Jana Pollmer, diesmal überraschend nicht kurz gedeckt, wusste mit ihrem Freiraum nur wenig anzufangen. „Sie konnte das Spiel nicht ruhig machen. Dadurch fehlte uns die klare Linie“, erklärte Viktoria Marquardt. Auch ihre Mitspielerinnen vermochten kaum Akzente zu setzen, so dass in der Anfangsviertelstunde zwei starke Abwehrreihen das Geschehen diktierten. Weil auch die eigene 3:2:1-Formation mit einer glänzend aufgelegten Vilte Duknauskaite auf der Spitze prima funktionierte, was Trainer Mike Fuhrig später zu einem Sonderlob für seine Deckungsreihe veranlasste.
Die Kapitänin selbst war es, die in Unterzahl mit ihrem Hüftwurf durch die Abwehr zum 6:5 (15.) ein Zeichen setzte. Und die nach einer Auszeit (7:7, 19.) plötzlich auf der Spielmacherposition auftauchte. „Unsere Mannschaft ist noch sehr jung, da müssen die Erfahrenen die Führung eben mal übernehmen“, kommentierte Marquardt ihr Rückraum-Gastspiel. Dass das klappte, lag aber auch an Duknauskaite, die aus dem rechten in den linken Rückraum wechselte und danach fast aus allen Lagen traf – sechs Mal allein bis zur Pause, was zu einer knappen Führung reichte.
Die stand bis zur 37. Minute (16:14) weiter auf wackeligen Füßen. „Dann ging uns aber die Luft aus und wir konnten nichts mehr zusetzen“, erklärte Gästetrainer Axel Carls den Einbruch seiner Mannschaft. Pollmer, Hildebrandt, Duknauskaite und Christin Kühlborn stellten innerhalb drei Minuten auf 20:14 und brachen damit den Widerstand der „Knetterheidis“. Erlöst vom Druck (Marquardt: „Die Niederlage in Leipzig steckte noch im Hinterkopf“) lief es plötzlich bei den Kirchhöferinnen. Es war Bewegung drin und Pollmer fand endlich wieder zu ihrem Spiel.
Noch rechtzeitig als Ouvertüre für eine fröhliche Karnevalsfete, auf der auch die Gäste aus Ostwestfalen nicht leer ausgingen: sie nahmen zwar keine Punkte, aber dafür einen von zwei verlosten großen Präsentkörben mit nach Hause. • SG 09: Oross, Bärthel - Hildebrandt 4, Pregler, Pollmer 11/2, Ca. Kühlborn, Ch. Kühlborn 3, S. Kühlborn, Duknauskaite 7, Schene, Hieronymus, Marquardt 7.
Von Michael Koch



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