Athleten sorgten für Begeisterung

Von Atmosphäre getragen: Tolle Stimmung bei der Leichtathletik-DM in Kassel

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Begeisterte die Zuschauer im Auestadion: 3000-Meter-Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause.

Kassel. Bereits 2011 machte Kassel eine gute Figur. Fünf Jahre später herrschte bei der Deutschen Meisterschaft der Leichtathleten ebenfalls eine wunderbare Stimmung.

Es ist Deutsche Meisterschaft der Leichtathleten, und das Auestadion wie die Sportarten selbst präsentieren sich frisch und modern. 

Für Ereignisse wie diese gibt es den Begriff Event. Nicht zuletzt sorgen die Athleten für Begeisterung auf den Rängen. Kurzum: ein reibungsloser Tag im Auestadion - und zwar aus mehreren Blickwinkeln:

Der Liebling

Kurz vor dem Startschuss über 3000 Meter Hindernis brandet tosender Applaus auf. Gesa Felicitas Krause hat die Zuschauer hinter sich. WM-Dritte, Hessens Sportlerin des Jahres 2015 - so wird die 23-Jährige vorgestellt, und das reicht, um das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen. Krause lässt sich nicht lange bitten. Vom Start weg übernimmt die Favoritin die Führung und läuft fortan ein einsames Rennen.

Sehr früh steht fest, wer als Meisterin den Zielstrich überqueren wird. Langeweile? Von wegen! Obwohl komplett einseitig, entwickelt sich der Wettbewerb zu einem der stimmungsvollsten an diesem Tag. Das Publikum zollt der Athletin Respekt. Rhythmisches Klatschen, stehende Ovationen - es scheint, als drehe Krause bereits ihre Ehrenrunden. Aber erst nach 9:31,00 Minuten, einem neuen Meisterschafts-Rekord, läuft der Liebling der Massen durchs Ziel.

Ein Lächeln, ein Handküsschen. Später sagt sie: „Die tolle Atmosphäre hat mich über die Bahn getragen.“ Der Wettkampf habe ihr Spaß gemacht, auch wenn „meine Beine ziemlich schwer wurden“. Egal. Ein reibungsloser Tag für Krause. Nun freut sich die Sympathieträgerin auf die kommenden großen internationalen Wettkämpfe.

Deutsche Leichtathletik-Meisterschaft im Auestadion - Teil 1

Der Aufrufer

Hinter dem Stadion, nur einen Hammerwurf entfernt, herrscht auf dem Aufwärmplatz emsiges Treiben. Carolin Schäfer lässt sich von dem Durcheinander nicht anstecken. Mit den Händen in den Hosenständen schlendert die Bad Wildungerin übers Gelände. „Ich mag die Atmosphäre. So ist das eben bei den Spezialisten“, sagt die Mehrkämpferin, die über 100 Meter Hürden und im Hochsprung starten wird.

Auch Joachim Ditthardt hat die Ruhe weg. Der Mann trägt Headset, Mikrofon und hält ständig eine Liste in der Hand. Ditthardt ruft die Athleten auf, der Ablauf ist eine Wissenschaft für sich. Zum Beispiel die 800 Meter der Männer: Etwa zwei Stunden vor Rennbeginn müssen sich die Athleten einfinden und ihre Startkarte abgeben, so gegen 13.40 Uhr. Um 15.05 Uhr kommt Ditthardt ins Spiel, zitiert die Sportler zu sich heran und hakt seine Liste ab. Danach geht es in den Callroom, wo Startnummern und Spikes überprüft sowie Wertsachen abgenommen und gesammelt werden. Um 15.25 Uhr wird der Tross zum Stadion eskortiert, um 15.30 Uhr ist der Einlass, und um 15.40 Uhr geht es für die Läufer endlich los. „Damit alles glattgeht, müssen sich alle an den Zeitplan halten“, sagt Ditthardt. Er hat alles unter Kontrolle.

Der Moderator

Das Stadion füllt sich, und die Moderatoren sind schon auf Sendung: Gregor Winkler (links) und Julia Nestle.

Im Stadion ist es gar nicht so leicht, alle Entscheidungen mitzubekommen. Zum Glück gibt es die Videowand. Sie hilft den Zuschauern bei der Orientierung. Und sie steht für das, was diesen Tag auszeichnet: Alles ist locker, alles ist hipp und zeitgemäß. Einspieler werden gezeigt, Musik dröhnt aus den Lautsprechern - vor zehn Jahren wäre so etwas undenkbar gewesen.

Für frischen Wind sorgt zudem ein Moderatoren-Team. Julia Nestle und Gregor Winkler heißen die beiden, die durchs Programm führen, Sieger interviewen und die Stimmung anheizen. Winkler zum Beispiel bezeichnet Kassel als die schönste Stadt Hessens. Ein Eisbrecher. Das Stadion sei klasse, sagt der 44-Jährige, und das Publikum spitze. „Die Leute waren sofort gut drauf. Für uns Moderatoren ein Selbstläufer.“

Die Deutsche Leichtathletik-Meisterschaft: Der Sonntag

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