Meister führt in NBA Finals

Warriors siegen, obwohl Curry schwächelt

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Cleveland Cavaliers gegen Golden State Warriors.

Oakland - Der Meister legt vor: Obwohl ihre Stars einen schlechten Tag erwischen, entscheiden die Golden State Warriors Spiel eins der NBA Finale deutlich für sich und schlagen die Cleveland Cavaliers mit 104:89.

Als Stephen Curry sechs Minuten vor dem Ende das Spielfeld betrat, brüllten die Fans der Golden State Warriors: "MVP, MVP, MVP." So honorieren sie den wertvollsten Spieler (MVP) der Profiliga NBA. Eigentlich nichts besonderes. Passiert schließlich in jeder Partie. Nur: Diesmal galten die Rufe gar nicht dem Scharfschützen. Sondern Shaun Livingston, für den Curry eingewechselt wurde. Livingston, der Ersatzmannn, führte als Top-Scorer den amtierenden Meister zu einem 104-89-Erfolg in Spiel eins der NBA Finals gegen die Cleveland Cavaliers. 

Dass Livingston überhaupt noch läuft, ist ein kleines Wunder. Vor neun Jahren verletzte sich der Aufbau-Spieler so schwer, dass ein Fernsehsender seine Zuschauer warnte, sich ein Video davon anzusehen. Livingston zerstörte alles, was sich in einem Knie zerstören lässt. Ein Mediziner warf sogar in den Raum, den Fuß zu amputieren. Nach Monaten ging er wieder, nach eineinhalb Jahren lief es wieder. Mittlerweile führt der 34-Jährige die Zweite Garde des Meisters an. Sein größter Vorteil ist - so verrückt das klingt - sein Körper. Mit 2,01 Metern wirft der Aufbau einfach über die (kleinen) Gegenspieler hinweg. Selbst seinen Teamkollegen Curry beeindruckt er. "Manchmal kannst du einfach gar nichts machen, selbst wenn ich die beste Verteidigung meines Lebens spiele. Im Training ist das das einsamste Gefühl der ganzen Welt.“ 

Die großen Stars der Warriors, Curry und sein Partner Klay Thompson, schwächelten die gesamte Partie über. Gemeinsam kamen sie auf 20 Punkte - so viel, wie Livingston alleine - und trafen nur 8 ihrer 27 Würfe. Alleine schon deshalb sagt Trainer Steve Kerr. "Es war ein komisches Spiel. Wir sind es nicht gewohnt, dass die zwei gar nichts treffen." Dafür hat der Meister allerdings seine Bankspieler. So breit aufgestellt ist kaum ein Team anderes Team der gesamten Liga. In den Playoffs, in denen die Starter den Großteil der Minuten abschrubben, zahlt sich das nicht so häufig so. Im Falle der Warriors schon. "Das machen wir seit zwei Jahren", betont Kerr. Neben Livingston stachen der Brasilianer Leandro Barbosa (elf Punkte, kein Fehlwurf) sowie Edel-Reservist Andre Igoudala heraus. Lob für die beiden kommt ausgerechnet von Curry. "Meisterschaften gewinnst du eben nur mit einer gesamten Mannschaft." 

Bis zum dritten Viertel hielten die Cavaliers mit und holten einen Rückstand auf. Ihr Rezept: Offensiv-Rebounds und LeBron James, der Top-Star. Im dritten Viertel warf er sein Team sogar kurzzeitig in Führung. Die Warriors antworteten mit einem 15:0-Lauf, der ihnen den Sieg und die 1:0-Führung in der Best-of-Seven-Serie einbrachte. James machte hinterher den schwachen Angriff seines Teams - oder umgedreht, die starke Verteidigung der Warriors - verantwortlich: "Offensiv müssen wir besser werden." Spiel zwei steigt in der Nacht auf Montag (2 Uhr deutscher Zeit).

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