„Ich bin heiß auf den Wettkampf“

Baunataler Gewichtheber startet bei Olympia im Supergewicht

Er lässt Gewichte leicht aussehen: Alexej Prochorow startet im Superschwergewicht. Foto: privat/nh

Baunatal. Er träumt von einer Top- Ten-Platzierung. Doch er weiß auch, dass das bei seiner Olympia-Premiere am heutigen Dienstag (20.30 Uhr, ARD) keine leichte Aufgabe ist.

Im Interview spricht der Baunataler Gewichtheber Alexej Prochorow (26), der in der B-Gruppe antritt, über sein Debüt im Superschwergewicht.

Herr Prochorow, mal Hand aufs Herz: Sind Sie aufgeregt? 

Prochorow: Ich muss sagen, noch geht es. Kurz vor dem Wettkampf wird das ein Stück schlimmer. Aber ich bin heiß darauf.

Was ist drin heute? 

Prochorow: Eine Top-Ten-Platzierung wäre ein Traum. Aber das zu erreichen, wird sehr schwer. Wir haben in den vergangenen zehn Tagen das Training runtergefahren. Mein Ziel ist es, eine neue Bestleistung aufzustellen: Im Reißen liegt die bei 190, im Stoßen bei 222 Kilogramm.

Wie werden Sie den Wettkampf angehen? 

Prochorow: Erst beim Warmmachen entscheide ich über die Einstiegsgewichte. Das kann ich vorab nie sagen. Geheimtricks habe ich übrigens keine. Ich versuche nur, am Wettkampftag ein, zwei Stunden zu schlafen, bevor es losgeht.

Was ist denn die größere Herausforderung – Reißen oder Stoßen? 

Prochorow: Normalerweise bin ich der bessere Reißer. Deshalb sind die 190 Kilogramm im direkten Vergleich auch mehr wert. Im Reißen war ich aber im Training nicht so gut wie in der WM-Vorbereitung 2015. Ich muss mich deshalb überraschen lassen.

Überraschend wäre, wenn Sie noch nicht im Olympiafieber wären. Sie sind ja schon seit dem 9. August in Rio. Sind Sie es denn? 

Prochorow: Auf jeden Fall. Olympia ist schon eine größere Nummer als eine Europa- oder Weltmeisterschaft. Wir treffen viele andere Sportler. Ich habe viele Wettbewerbe am Fernseher verfolgt, war aber auch schon live in der Halle, in der unsere Wettbewerbe ausgetragen werden. Die Trainingshalle ist zu Fuß zehn Minuten entfernt. Aber weil wir Gewichtheber nicht gern zu Fuß gehen, nehmen wir den Bus. Das dauert dann 15 Minuten, weil er einige Umwege fahren muss. Aber einige Male waren wir auch außerhalb des Olympischen Dorfes unterwegs.

Was haben Sie gemacht? 

Prochorow: Wir waren zum Beispiel im Deutschen Haus. Da gibt es gutes Essen. Und viele Athleten gehen nach ihren Wettkämpfen dorthin, um zu feiern. Wir haben zum Beispiel Diskuswerfer Christoph Harting und Bogenschützin Lisa Unruh nach deren Medaillengewinnen dort getroffen.

Und nach Ihrem Wettkampf, werden Sie dort auch feiern? 

Prochorow: Sagen wir mal so: Ein Bierchen ist erlaubt. Ansonsten werden wir die Zeit bis zur Schlussfeier genießen. Ich würde gern noch auf den Zuckerhut, zum Cristo und eine Favela-Tour machen. Cool wäre auch, wenn mir noch mal ein Promi über den Weg laufen würde. Usain Bolt zum Beispiel. Den würde ich auch nach einem Selfie fragen. Aber damit beschäftige ich mich erst nach dem Wettkampf. Erst einmal freue ich mich auf mein Olympia-Debüt.

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