Bayern-Knallstart als Zeichen - "Riesenarbeit" für HSV

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Die Münchener feiern einen Treffer von Doppeltorschütze Thomas Müller (M.). Foto: Sven Hoppe

Gegen den HSV läuft die Tormaschine des FC Bayern wie üblich heiß. Das 5:0 zur Saisoneröffnung nennt Stürmerstar Robben "überragend". Ein Skistar meint es jedoch nicht so gut mit seinem Lieblingsteam.

München (dpa) - Der 5:0-Knallstart der Meister-Bayern gegen den schon wieder verprügelten Hamburger SV war gerade eine Stunde alt, da sorgte Skistar Felix Neureuther noch für einen Knaller obendrauf in der Münchner Fußball-Arena.

Als einsamer Zuschauer in der ersten Reihe des Pressekonferenzsaals verfolgte Bayern-Coach Pep Guardiola mit regungsloser Miene, wie der FCB-Fan Neureuther dem deutschen Rekordchampion für die 2. Runde des DFB-Pokals ein Auswärtsspiel beim Titelverteidiger und neuen Herausforderer VfL Wolfsburg bescherte.

"Es gibt einfachere Lose", sagte Sportvorstand Matthias Sammer zur ersten frühzeitigen Münchner Titel-Prüfung am 27. oder 28. Oktober. Ein willkommener Gegner zum Start in die 53. Bundesliga-Saison war der HSV. Auch wenn hohe Heimsiege gegen den Liga-Dino längst zum Bayern-Standard geworden sind, war der höchste Sieg im offiziellen Eröffnungsspiel (seit 2002) ein starkes Signal. "5:0 ist für ein erstes Spiel schon überragend", meinte Bayern-Star Arjen Robben und ergänzte: "Wenn du so anfängst, ist das schon ein Zeichen. Das wollten wir setzen - auch an die anderen Mannschaften."

Die Bayern demonstrierten nach etwas Anlaufzeit, dass der Titel wieder nur über sie führen wird und dass sie ihr Ziel, als erste Mannschaft viermal nacheinander Meister zu werden, mit höchstem Ehrgeiz verfolgen wollen. "Wir haben gezeigt, dass wir trotz der Erfolge in den letzten Jahren weiter hungrig sind", kommentierte Doppeltorschütze Thomas Müller (69./72. Minute).

Das erste Tor der Saison hatte Abwehrspieler Medhi Benatia erzielt (27.). Dazu waren Torjäger Robert Lewandowski (52.) und der herausragende Neuzugang Douglas Costa (87.) erfolgreich. "Mit der Leistung bin ich sehr zufrieden", sagte Guardiola. Die Bayern-Fans unter den 75 000 Zuschauern in der Arena waren gleich wieder in Partylaune: "Super Bayern, super Bayern, hey, hey", skandierten sie.

Und es war ja erst der Anfang. "Wenn wir alle bei hundert Prozent sind, ist es eine sehr starke Mannschaft. Dann müssen wir die Titel angreifen", erklärte Weltmeister Jérôme Boateng - eine Kampfansage über Deutschland hinaus. Mit Kämpfer Arturo Vidal (138 Ballkontakte) und dem neuen Turbodribbler Douglas Costa sind die Bayern noch exklusiver und breiter aufgestellt. Millionenstars wie Mario Götze und Thiago kamen erstmal nur als Einwechselspieler zum Zuge.

Besonders 30-Millionen-Zugang Costa gab bei seinem Liga-Einstand eine Kostprobe seiner Fähigkeiten: rasend schnell, stark am Ball, torgefährlich. "Er hat Augen und eine Vision", schwärmte Guardiola. "Es hat mir super gefallen", berichtete der zurückhaltende Brasilianer, "natürlich bin ich sehr zufrieden." Costa wirbelte auf beiden Flügeln, in den Revieren der Großmeister Ribéry und Robben. "Dieser Spielertyp hat uns am Ende der letzten Saison gefehlt, als Franck und Arjen gefehlt haben", erinnerte Kapitän Philipp Lahm.

Dem HSV fehlt es an sehr viel mehr. Eine Woche nach der Pokal-Blamage in Jena setzten die Hanseaten ihre bitteren München-Gastspiele nahtlos fort. Auch wenn es nach der 0:8-Rekordniederlage zum Jahresbeginn am Freitagabend etwas glimpflicher abging. In der Summe der letzten sechs Niederlagen kommen 3:36 Tore zusammen.

Nur in der ersten Hälfte ging die von Trainer Bruno Labbadia gewählte Verbarrikadierungs-Taktik einigermaßen auf. Kaum Räume und Lücken fanden die Bayern, ein Freistoß von Xabi Alonso auf die Schulter von Benatia musste fürs 1:0 herhalten. "Dass wir durch einen Standard in Rückstand geraten, kotzt mich an", schimpfte HSV-Torwart René Adler.

Später seien die Bayern nicht mehr zu halten gewesen. "Da kommt eine Welle auf dich zu, das ist brutal", schilderte Adler. In Hamburg herrscht schon wieder Alarm. "Wir wissen, dass wir eine Riesenarbeit vor uns haben", stöhnte Labbadia nach der nächsten Bayern-Watschn: "Wir wollten mehr Druck machen, das ist in die Hose gegangen."

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