Beach-Duo Ludwig/Walkenhorst schockt Brasilien-Stars

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Laura Ludwig und Kira Walkenhorst konnten sich diesmal gegen Agatha und Barbara durchsetzen. Foto: Joerg Mitter

Bei der WM in den Niederlanden vor vier Wochen waren Laura Ludwig und Kira Walkenhorst unter ihren Erwartungen geblieben. Jetzt schafften die Hamburgerinnen den großen Coup. Und das nach vielen Monaten des Leidens. Mit der EM steht schon der neue Höhepunkt bevor.

Yokohama (dpa) - Kurz streckte die deutsche Beach-Queen Laura Ludwig mit noch ernstem Gesicht die Zeigefinger zum Jubeln nach oben, dann brachen die Emotionen aus ihr heraus.

"Wir wollten den Sieg unbedingt. Sie hatten schon einige Medaillen, jetzt waren wir dran", kommentierte die fünfmalige deutsche Meisterin ihren zweiten Grand-Slam-Sieg auf der Welttour der Beachvolleyballer. Im Finale von Yokohama besiegte Ludwig mit ihrer Partnerin Kira Walkenhorst die frisch gebackenen brasilianischen Weltmeisterinnen Agatha/Barbara überraschend deutlich mit 2:0 (21:14, 21:17).

Auf dem Weg zum zweiten gemeinsamen Triumph auf der World Tour hatten die 29 Jahre alte Ludwig und die fünf Jahre jüngere Walkenhorst auch die topgesetzten Brasilianerinnen Larissa/Talita bezwungen. Bei der WM Anfang Juli in den Niederlanden hatte Olympia-Gastgeber Brasilien ein Jahr vor den Spielen in Rio de Janeiro bei den Frauen noch alle drei Medaillen gewonnen.

"Ich bin so froh, dass ich mit Laura spiele, sie ist einfach so gut", sagte Blockspezialistin Walkenhorst sichtlich berührt. Die gebürtige Essenerin hat wegen einer Virus-Erkrankung Monate des Leidens hinter sich, nachdem sie im Vorjahr in Shanghai mit Ludwig als erstes deutsches Damen-Duo überhaupt ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hatte.

Sogar ein mögliches Ende ihrer Karriere war Walkenhorst im Vorjahr durch den Kopf gespukt. "Ich konnte kaum einige Schritte schnell laufen", erinnerte sie sich an den Trainings-Neubeginn nach auskuriertem Pfeifferschen Drüsenfieber. Zu allem Überfluss musste sich Walkenhorst zu Beginn der aktuellen Saison noch einer Knie-Operation unterziehen.

Nach 17. Plätzen in Porec, Moskau und bei der WM, Rang fünf in Gstaad und Platz vier in Stavanger haben sich die Qualen und Anstrengungen nun in Japan wieder hundertprozentig ausgezahlt. "Wir müssen einfach härter und konsequenter arbeiten als die anderen, um unsere Ziele zu erreichen", betonte Ludwig.

Direkt aus Yokohama geht es nun zur EM ins österreichische Klagenfurt, wo ab Dienstag insgesamt je vier deutsche Damen- und Männerteams mit um die Medaillen spielen wollen. Im Vorjahr hatten Ludwig/Walkenhorst bei der EM in Italien Bronze gewonnen, danach war Walkenhorst erkrankt.

Auch Karla Borger und Britta Büthe, die in Japan zu ihrer Achtelfinal-Partie verletzungsbedingt nicht angetreten waren, gehören in Österreich zu den Mitfavoriten. Die Stuttgarterinnen gaben Entwarnung, ihr EM-Auftritt sei nicht in Gefahr. "Wir wollen mit einer kleinen Verletzung kein Risiko eingehen", übermittelte das Duo: "Eine schnelle Regeneration und dann ab nach Klagenfurt zur EM."

Dagegen musste der deutsche Meister Kay Matysik krankheitsbedingt seine EM-Teilnahme absagen. Für den 35 Jahre alten Berliner wird Clemens Wickler mit Matysik-Partner Jonathan Erdmann antreten.

Yokohama Grand Slam auf FIVB-Homepage

EM 2015 auf CEV-Homepage

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