Bewusstloser Torhüter: Interview mit dem Schiedsrichter

Schockmoment: Schiedsrichter Tobias Fritsch kümmert sich um Offenbachs Torwart Daniel Endres. Foto: Hedler

Kassel. Tobias Fritsch machte am Wochenende beim Regionalligaspiel des KSV Hessen Kassel gegen Offenbach auf sich aufmerksam, nachdem er beherzt eingegriffen hatte, als Offenbachs Torwart Daniel Endres bewusstlos am Boden lag.

Wir haben mit ihm nach dieser denkwürdigen Partie gesprochen.

Dass es ein Fußball-Schiedsrichter in die Schlagzeilen schafft, kommt so selten nicht vor. Dass er allerdings im Fokus steht, weil er Erste Hilfe geleistet hat, ist dann doch bemerkenswert. Im Interview blickt Fritsch auf eine denkwürdige Partie.

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Herr Fritsch, haben Sie solch einen intensiven Einsatz als Schiedsrichter schon mal erlebt? 

Fritsch: Ich bin seit 2005 Schiedsrichter, aber eine solche Situation wie jetzt in Kassel mit Torwart Daniel Endres hatte ich bisher zum Glück noch nicht. Die Gedanken daran lassen einen auch nicht los, sie nimmt man mit nach Hause.

In der Schlussphase ging Offenbachs Torwart Daniel Endres K.o.. Wann haben Sie denn realisiert, dass er Hilfe benötigt? 

Fritsch: Ich weiß noch, dass Kassels Stürmer Sebastian Schmeer zum Abschluss gekommen ist. Ich habe dann gesehen, dass Daniel Endres den Ball abgewehrt hat, unmittelbar bevor Schmeer den Nachschuss zum Tor verwandelt hat. Dann habe ich gesehen, dass Endres regungslos am Boden liegt. Die Kasseler Spieler sind dann zum Jubeln abgedreht, und die Offenbacher wegen des späten Gegentreffers zur Mittellinie gelaufen. Sie haben Daniel Endres wohl deswegen nicht wahrgenommen.

Sie aber schon. 

Fritsch: Als Schiedsrichter ist man geschult darauf, in solchen Situationen den Blick auf dem Geschehen rund um das Tor zu lassen. Das hat mir geholfen. Ich habe dadurch gesehen, dass Daniel Endres mit dem Rücken auf dem Boden lag und regungslos war. Ich bin direkt zu ihm gerannt und habe gemerkt, dass er bewusstlos ist. Daraufhin ging alles sehr schnell: Ich habe die Betreuer auf den Platz gerufen, Daniel Endres in die stabile Seitenlage gebracht und ihm die Zunge fixiert, damit er wieder Luft bekommt. Ich war froh, dass dann sehr bald die Betreuer auf dem Platz waren.

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