Nur 82:93 verloren: BG Göttingen bietet Bamberg prima Paroli

18 Punkte in Bamberg: Der neue Spielmacher Jesse Sanders war bester BG-Werfer und klatscht sich selbst Beifall. Foto: zje/gsd

Bamberg. Wieder eine Halbzeit gut mitgehalten, aber am Ende wie in Bamberg üblich verloren – die „Frankenhölle“ bleibt für die BG Göttingen in der Basketball-Bundesliga eine uneinnehmbare Festung. Nur mit 82:93 (40:51) verloren die Veilchen das vom 11. Spieltag vorgezogene Spiel bei Brose Bamberg, schlugen sich dabei aber genauso wacker wie schon in Oldenburg.

Die Partie begann mit den ersten beiden Punkten von Jesse Sanders für die BG. Bamberg konterte in Gestalt vom deutschen Nationalspieler Maodo Lo, der die ersten acht Zähler für die Franken einnetzte. Doch schon in der frühen Spielphase zeigte sich, dass die Veilchen ohne jeglichen Respekt beim hohen Favoriten auftraten. Benas Veikalas traf den ersten von vier Göttinger Dreiern ersten Viertel. Mathis Mönninghoff zum 13:15, Scott Eatherton zum 16:17 und erneut Veikalas zum 19:19-Ausgleich legten nach. Zwischendurch war das Bamberger Brett kurz kaputt. Nachdem es repariert war, traf Bamberg zur 23:19-Führung nach zehn Minuten.

Trainer Trinchieri raus

Der starke Leon Williams glich zu Beginn des zweiten Abschnitts zum 23:23 aus, die BGer zeigten sich weiter sehr selbstbewusst, frech und ohne Angst vorm Meister. Bamberg-Star-Coach Andrea Trinchieri passte das überhaupt und wurde zunehmend fuchtiger. In der 14. Minute eskalierte die Situation, der Italiener beschimpfte Hauptschiedsrichter Dr. Martin Matip und dann auch den technischen Kommissar – so musste Trinchieri nach zwei Technischen Fouls den Halleninnenraum verlassen. Sein Assistent Ilias Kantzouris übernahm das Coaching. Wollte Trinchieri damit ein Zeichen setzen, genauso wie vor zwei Jahren in der Lokhalle, als es für Bamberg nicht lief und er seinen Rausschmiss provozierte?

Egal, die BG blieb überraschend weiter dran. Erst nach dem 36:34 mussten die Veilchen abreißen lassen, so dass sich die Gastegeber bis zur Pause auf 51:40 absetzten. Dennoch: Wie in Oldenburg zeigte die BG eine beherzte Partie, bot dem Topteam absolut Paroli. Dumm nur, das Darius Carter wieder hoch foulbelastet war: Sein viertes kassierte er schon nach 15 Minuten.

Doch ab dem dritten Viertel setzte sich schließlich doch die weitaus größere individuelle Klasse der Franken durch. So zogen die Bamberger kontinuierlich davon, weil sie in der Abwehr die BG besser kontrollierten und vorn immer sicherer trafen.

Erster Einsatz von Grüttner

Und immer mehr bekamen die Veilchen nun ihre Grenzen aufgezeigt. Ende des dritten Durchgangs war der Göttinger Rückstand dann auf 20 Punkte angewachsen. Bamberg warf sich ein für sein erstes schweres Euroleague-Spiel am Freitag bei Fenerbahce Istanbul. 79:59 nach 30 Minuten, in denen letzten gab Coach Roijakkers Joanic Grüttner Bacoul dessen erste Bundesliga-Einsatzzeit überhaupt.

Dass die BGer beherzt kämpften, dokumentierte sich aber im Schlussviertel. Veikalas und Sanders trafen zwei weitere Dreier, so kam das Roijakkers-Team wieder auf zehn Zähler (71:81, 33.) heran. Und Grüttner warf sogar noch seine ersten Bundesliga-Punkten zum 73:86. Das letzte Viertel gewann die BG mit 23:14. Bamberg musste sich letztlich mehr strecken, um seinen fünften Sieg zu sichern, als man erwartet hatte.

So wurde es für die Franken am Ende nur der knappste Sieg in den bisherigen Bundesliga-Spielen, während die BG weiter Selbstvertrauen schöpfte für das wichtige Heimspiele am Samstag (18 Uhr) gegen Bonn.

BG: Williams 11, Veikalas 17, Spohr 5, Carter 2, Schwarz 4, Mönninghoff 3, Waleskowski 5, Sanders 18, Groger, Eatherton 15, Grüttner Bacoul 2.

Bambergs beste Werfer: Lo 19, Harris 19, Melli 14, Causeur 12. (haz/gsd)

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