Göttingen. Nur noch vier Heimspiele (Bayreuth, Gießen, Bremerhaven, Hagen) für die BG Göttingen in der Basketball-Bundesliga - doch welchen Spieler wird man nach dem so gut wie feststehenden Abstieg weiter- oder wiedersehen in der kommenden Serie? Um mehr Kontinuität in der Personalpolitik zu erreichen, hatten die deutschen Akteure vor dieser Saison Verträge über mindestens zwei Jahre erhalten.
So wurden Philip Noch, Max Weber, Marco Grimaldi und Nico Adamczak für 24 Monate verpflichtet, Malte Herwig sogar für drei jahre. Die Amerikaner hatten wie meist üblich nur Zwölf-Monats-Abmachungen. Mit einem Abstieg sind aber alle Verträge hinfällig, auch die Kontrakte der deutschen Spieler gelten dann nicht mehr. „Die Verträge gelten nur für die 1. Liga“, bestätigte BG-Sprecher Björn-Lars Blank gestern.
Kaum davon auszugehen ist, dass die Vereinbarungen mit den US-Boys - mit Ausnahme vielleicht vom derzeit verletzten Ray Sykes und Matt Bauscher - bei einem Abstieg verlängert werden. Bei einigen scheint schon jetzt zu viel verbrannte Erde hinterlassen worden zu sein. So konnte zum Beispiel Roberto Mafra nicht annähernd die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen. Nicht ausgeschlossen, dass man sich von dem Brasilianer schon vorm Saisonende trennt. „Wir sind hier nicht das Basketball-Sozialamt“, meinte Sportdirektor Jan Schiecke schon vor Kurzem. Allerdings: Ihn nach einer Knieverletzung und einer längeren Pause überhaupt zu verpflichten, scheint im Nachhinein ein Fehler gewesen zu sein. Fraglich aber, ob die BG zum Beispiel einen Max Weber halten kann, der zuletzt im Gegensatz zu anderen trotz der Niederlagen-Serie Aufwärtstendenz zeigte. „Er ist bestimmt für Erstliga-Teams interessant geworden“, so Blank. Auch deshalb, weil in der 1. Liga kommende Saison auf einen weiteren Ausländer verzichtet wird: Die „6 + 6-Regel“ wird eingeführt, nach der das Verhältnis zwischen ausländischen und deutschen Akteuren ausgeglichen wird.
Gute deutsche Spieler sind aber auch in der 2. Liga Pro A gefragt. Im Bundesliga-Unterhaus müssen immer zwei deutsche Spieler auf dem Parkett stehen. Fest steht aber auch schon: Um in der 2. Liga bestehen zu können, braucht es einen zumindest fast erstligareifen Kader. Da muss man sich nur das Aufgebot vom aktuellen Spitzenreiter MBC ansehen. Blank: „Dessen Etat wird sich wohl von unserem wenig unterscheiden.“ Eine Garantie aufs sofortige Erstliga-Comeback ist er aber auch nicht, zumal es in der 2. Liga Pro A erstmals Aufstiegs-Playoffs gibt und nicht mehr die ersten beiden Teams direkt in die Bundesliga aufsteigen. (haz/gsd)



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