BG im Abstiegskampf: Saison-Finale mit dem Rechenschieber

Mit Energie mittendurch: Göttingens Malte Schwarz (am Ball) spritzt durch Lücke zwischen Ulms David Krämer (links) und Pierria Henry. Auch auf den Ex-Weißenfelser kommt es in den letzten beiden Saisonspielen in Gießen und gegen Würzburg an. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Das wird nichts für schwache Nerven! Die letzten beiden Spieltage, womöglich nach dem vorletzten am Freitagabend (alle Spiele 20 Uhr) sogar erst der letzte am Sonntag (alle Spiele 17 Uhr), entscheiden nicht nur für die BG Göttingen über Klassenerhalt in oder Abstieg aus der Basketball-Bundesliga. Es wird im übertragenen Sinn ein Herzschlag-Finale mit dem Rechenschieber.

Ohne zumindest einen Sieg am Freitag in Gießen oder am Sonntag gegen Würzburg tendiert die Chance auf Klassenerhalt für die Veilchen gegen Null. Weil es sehr wahrscheinlich ist, dass Hauptkonkurrent MBC zumindest auch noch einen Sieg holt – nach dem schweren Spiel Freitag in Ulm wohl eher zuhause gegen Bayreuth, für das es um nichts mehr geht. Die HNA stellt mehrere verschiedene Tabellen-Szenarien vor:

Dreier-Konstellation 1

Siegen die BG und der MBC je ein Mal, haben Bremerhaven, dem gegen Oldenburg und in Bamberg eher wenig zuzutrauen ist, sowie die Veilchen und Weißenfels 18:48- Punkte wie auch Tübingen, das nur noch ein Spiel (am Freitag in Crailsheim) hat. Sind drei Teams punktgleich, wird eine interne Tabelle gerechnet – für den „normalen Fan“ auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar.

Bremerhaven, Göttingen und der MBC haben alle Spiele untereinander bereits ausgetragen und jeweils 4:4-Punkte. Jetzt muss das Korbverhältnis entscheiden: Bremerhaven kommt auf plus 17, die BG auf minus 5 und der MBC auf minus 12. So wäre die BG als 16. (wie bisher) gerettet.

Dreier-Konstellation 2

Bei Punktgleichheit zwischen Tübingen, Göttingen und dem MBC würde die BG absteigen.

Vierer-Konstellation

Sie könnte der BG zum (Abstiegs-)Verhängnis werden! Sie kommt zum Tragen, wenn Tübingen in Crailsheim verliert und dann 18:50-Zähler hätte. Auf diese Punktzahl würde Bremerhaven bei zwei Pleiten gegen Oldenburg und in Bamberg kommen und ebenso die BG und der MBC bei je einem Sieg und einer Niederlagen.

Dann wird eine interne Vierer-Tabelle gerechnet – und da hätte die BG die schlechtesten Karten und würde absteigen. Sie hätte dann intern gegen die drei Konkurrenten nur 4:8-Punkte geholt, Tübingen dagegen 8:4-Zähler und Bremerhaven und der MBC je 6:6. Und es gibt sogar noch eine...

Fünfer-Konstellation

Möglich, aber eher unwahrscheinlich ist diese Variante, in der sogar noch Hagen absteigen könnte, wenn Phoenix, BG, MBC, Bremerhaven und Tübingen am Ende alle 20 Punkte haben – dann müsste Hagen runter wegen der BBL-Strafen mit Punktabzug UND bei Punktgleichheit IMMER der schlechtesten Platzierung! Völlig verrückt!

Wie hoch die Siege oder Niederlagen ausfallen, ist jetzt egal – es geht für die BG nur noch um Gewinnen oder Verlieren, da (wie erwähnt) die Partien gegen die Abstiegs-Konkurrenten schon gespielt sind.

Was gegen die BG spricht: Sie entscheidet, ob Würzburg oder Gießen als Achter in die Playoffs kommt. „Göttingen ist das Zünglein an der Waage“, sagt BBL-Sprecher Dirk Kaiser. Und: Vom Freitagsspiel Crailsheim gegen Tübingen hängt schon viel ab. Die BG muss den Tigers die Daumen drücken – und Würzburg gegen München. Siegen die Baskets, sind sie von Gießen (schlechterer direkter Vergleich) nicht mehr einzuholen. Und Sonntag bei BG nicht mehr unter Druck.

Gerettet wäre die BG, wenn sie Freitag ebenso wie Tübingen in Crailsheim gewinnt und der MBC in Ulm verliert. Aber Freitag könnte auch schon der Abstieg feststehen: Wenn die BG und Tübingen verlieren und der MBC in Ulm gewinnt...

Bedauerlich am Ende, dass das Basketball-Regelwerk so kompliziert und unübersichtlich ist. Transparenz in der Abstiegs- und Playoff-Frage sieht anders aus.

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