München. Es kam wieder mal, wie es es kommen musste! Auch beim FC Bayern München war für die BG Göttingen absolut nichts drin. In der „Weltstadt mit Herz“ wurde das Schlusslicht der Basketball-Bundesliga kräftig abgewatscht. Hielten die Südniedersachsen bis zur Pause wenigstens noch einigermaßen mit und lagen „nur“ mit 45:57 zurück, so wurde die zweite Hälfte und insbesondere einmal mehr das ominöse dritte Viertel heftig. Am Ende stand im Audi-Dome vor 6548 Zuschauern beim 78:101 die 18. Pleite im 20. Saisonspiel. Und obendrein die Erkenntnis, dass die Rettung ein weiteres Stück unmöglicher geworden ist bei acht Punkten Rückstand.
Für den verletzten Raymond Sykes (Knöchelbruch) hatte Chefcoach Michael Meeks Roberto Mafra als Center aufgeboten. Er erhielt den Vorzug vor Vitalis Chikoko (Simbabwe). Als entscheidende Personalie sollte sich dies indes nicht erweisen.
Sean Evans glich zu Beginn Jared Homans erste Bayern-Führung aus, Kyle Bailey sorgte per Dreier für das 7:4 der Gäste. Bis zur 6. Minute konnte die BG ihre kleine Führung behaupten, doch nach dem 15:13-Vorsprung durch Neuzugang Darrell Tucker zog der FC Bayern andere Saiten auf. Und zwar in Form einer „Dreier-Kanonade“. Benzing, Greene und Wallace leiteten sie mit dreien in Folge ein, ehe das gesamte Team sie im Verlauf der Partie auf fast unfassbare Weise fortsetzte.
Dass die Partie zum „fröhlichen Punkte werfen“ werden würde, stand bereits nach dem ersten Viertel fest, dass der FCB mit 31:25 für sich entschied. Doch wenn es diesmal auch in der Defensive nicht stimmte, so waren die Veilchen wenigstens wie die Münchener auf dem „Dreier-Trip“: 8 von 10 hatten sie zur Pause verwandelt – nicht schlecht. Schwach dafür die Zweier-Quote mit indiskutablen 30 Prozent.
In der Kabine muss zur Halbzeit wohl wieder einmal ein Schlafmittel verabreicht worden sein. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass die Göttinger das dritte Viertel obligatorisch schlecht spielten und es mit peinlichen 5:20-Punkten abschenkten.
Mit „Ergebnis-Kosmetik“ war es dann aber auch im letzten Abschnitt nichts. Die Münchner verwalteten unter den Augen von Fußball-Star Bastian Schweinsteiger und Bayern-Boss Uli Hoeneß ihren komfortablen Vorsprung, bis ausgerechnet FCB-Urgestein Bastian Doreth den Erfolg dreistellig machte.
„Wir haben zumindest eine attraktive erste Halbzeit gespielt. Da waren wir auf Schlagdistanz“, meinte BG-Sportdirektor Jan Schiecke. Später sei dann die Defensive „nicht mehr so konzentriert“ gewesen. Schiecke: „Und vorne waren wir zu kopflos, um die Bayern aus dem Konzept zu bringen.“
In den nächsten beiden Heimspielen warten jetzt mit Alba Berlin und Meister Bamberg die dicksten Brocken der Bundesliga auf die Veilchen. Zwischendurch geht´s zu EnBW Ludwigsburg, wo der erste Auswärtssieg eigentlich Pflicht ist. (haz/gsd)



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