BG weiter in der Bundesliga: „Kulle“ rettet die Veilchen

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Der Held des Abends: Robert Kulawick wird von Dominik Spohr (9) und Trainingsgast und Ex-Spieler Nick Livas auf den Schultern getragen. Ganz links reckt Khalid El-Amin die Siegesfaust.

Göttingen. Drei, zwei eins – die letzten Sekunden im Basketball-Bundesliga-Spiel zwischen der BG Göttingen und den Baskets Würzburg gingen am Sonntagabend in der S-Arena im tosenden, überschwänglichen, begeisternden Jubel der 3447 Fans (zum zehnten Mal ausverkauft) unter. JA, JA, JA - die Veilchen haben den Klassenerhalt geschafft.

85:78 gegen die Mainfranken, das war die Rettung in der 1. Liga. Der Held der Abends war Robert Kulawick: Mit 20 Punkten (6 Dreier) trug „Kulle“ maßgeblich zum erst neunten Saisonsieg bei. Die BG bleibt erstklassig, weil sie im direkten Vergleich gegen den MBC acht Punkte besser ist (99:85-Sieg, 77:83-Pleite)

Aufregung vor dem letzten BG-Spiel. Nach dem Samstag-Training ging eine der beiden Korbanlagen zu Bruch. Eine Strebe war gebrochen. Wer war’s? „Ein Mitarbeiter von uns“, meinte BG-Chef Meinertshagen. Unbestätigten Meldungen zufolge war es Trainer Johan Roijakkers selbst. Die Mitarbeiter der GoeSF leisteten ganze Arbeit, schweißten das kaputte Teil wieder an. Doch zur Sicherheit ließen die BGer die Korbanlagen der Gießen 46ers mit der Spedition Zufall per LKW herankarren.

Terrell Everett eröffnete die Parte per Dreier für die BG, Lamonte Ulmer konterte ebenfalls per Dreier. Aber die Veilchen blieben kämpferisch dabei, David Godbold und Robert Kulawick netzten weitere Dreier ein. Doch es ging weiter eng zu, Würzburg ging selbst wieder in Front dank eines 9:0-Laufes – 15:19. Aber die Göttinger hielten weiter dagegen mit einer eigenen 7:0-Serie zum 22:19 nach zehn Minuten.

Riesen-Power auch in Viertel zwei: Die Führungen wechselten ständig, mit einem Drei-Punkt-Spiel sorgte Harper Kamp für das 30:26 – die Halle tobte. Dann haute Malte Schwarz zwei Dinger raus: Dreier zum 37:33 per Buzzer Beater, Dreier zum 40:33. Und Mathis Mönninghoff wollte da nicht nachstehen: Dreier zum 43:35. Die Mainfranken holten noch zwei Zähler auf – in die Kabinen ging es mit einer 43:37-Führung der Göttinger, die eine Wurfquote von 50 Prozent (Würzburg 45) aufwiesen. Weitere Statistiken waren fast ausgeglichen.

Im dritten Viertel war die BG auf zwölf Punkte weg, führte 55:43. Hatte dann eine kleine Schwächephase, so dass Würzburg auf vier Zähler rankam. Noch mehr Dramatik im Schlussviertel: Max Ugrai brachte Würzburg per Dreier mit 60:59 in Front. Unfassbares Hoffen, Zittern bei den Fans!

Aber dann kam dieser „Kulle“! Dreier zum 72:66! Und noch ein Hammerwurf zum 75:68 - die S-Arena schien zu explodieren. Als Kulle den dritten Dreier in Serie zum 80:69 einnetzte, schien das Dach wegzufliegen. Der Rest war das im Basketball übliche Freiwurf-Spiel. „Kulle“ versemmelte zwei, traf dann wie Kamp. Um 19.04 Uhr stand der Klassenerhalt fest. Ein Jubel-Orkan in der Halle. „Die Stimmung war unglaublich, wir haben wie ein Team gekämpft. Ich bin super-stolz auf mein Team.“ Kulawick: „Wir sind durch dick und dünn gegangen. Das ist geil für unsere Fans.“ Dominik Spohr: „Die ganze Saison ist in einem Spiel zusammengekommen. Es gab keinen besseren Zeitpunkt für diese Leistung.“

Göttingens Oberbürgermeister Rolf Köhler: „Ich bin froh, dass die BG in der 1. Liga geblieben ist. Der Geist dieses Spiels sollte bleiben.“

Aktualisiert um 21 Uhr.

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