BG-Göttingen: Basketball-Trainer John Patrick über seine erste Rückkehr mit Würzburg nach Göttingen

John Patrick: „BG ist wie eine alte Freundin“

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Göttingen. Eines der ungewöhnlichsten Spiele der Basketball-Bundesliga steigt am Samstagabend: John Patrick, der acht Jahre die BG Göttingen coachte und mit Ehefrau Alexandra und fünf Kindern nach wie vor in der Uni-Stadt wohnt, kommt erstmals mit seinem neuen Klub Baskets Würzburg zurück nach Südniedersachsen - aber nicht in die Lokhalle, sondern in der Sparkassen-Arena. Die HNA sprach mit dem Ex-Veilchen-Coach.

Viele Emotionen: John Patrick, Ex-Trainer der BG Göttingen, jubelt in der Lokhalle mit seinen Fans über den Gruppensieg in der EuroChallenge 2010/11 gegen Besiktas Istanbul. Foto: Jelinek

Herr Patrick, wie gefällt es Ihnen in Würzburg?

John Patrick: Ich kenne natürlich noch nicht alle „Läden“. Aber es ist ähnlich wie Göttingen, mit einer Sport-Universität. Die Struktur im Klub ist geradeaus.

Welche Rolle spielen in Ihrem neuen Team die ehemaligen Göttinger Spieler Jason Boone, Ben Jacobson, John Little und Chester Frazier?

Patrick: Eine wichtige Rolle! Alle vier sind in der ersten Fünf. Sie bringen Intensität ins Spiel und haben Lust zu spielen. Für Boone und Co. gibt es kein besseres Beispiel als Team-Player. Ich musste in Würzburg eine Sieges-Kultur aufbauen. Unser Ziel ist es, in der Liga zu bleiben. Wir sind im unteren Etat-Drittel.

Viele haben Ihnen vorgehalten, wichtige Spieler von der BG für Würzburg abgeworben zu haben.

Patrick: Das interessiert mich nicht. Ich habe in Göttingen tolle Erfahrungen gemacht. Ich habe gute Erinnerungen und viele Freunde in der Stadt. Diese unglaublichen Erlebnisse wie den Sieg in der EuroChallenge kann mir keiner mehr nehmen. Die Fans verstehen, warum ich weggegangen bin.

Welche Ziele haben Sie mit Aufsteiger Würzburg?

Patrick: Wir sind Siebter. Aber es sind nur zwei oder drei Siege nach weiter oben, aber auch nur zwei, drei Niederlagen nach unten. Wenn wir gesund bleiben, haben wir eine Chance, in die Playoffs zu kommen. Wir kämpfen mit Braunschweig, Oldenburg und München darum Wir wollen uns gut präsentieren und uns weiterentwickeln. Wir sind keine Übermacht im Angriff.

Sie sollen trotz der Tatsache, dass Sie jeden Tag nach Würzburg fahren, dennoch mehr Zeit für Ihre Familie haben. 

Patrick: Wenn ich nach Hause kommen, bin ich zuhause. Bei der BG habe ich viele andere Teams trainiert, das hat viel Zeit gekostet. Da hatte ich mehr zu tun als früher in meiner Zeit in Japan. Jetzt ist es besser für meine Familie. Mit meinen Freund und Coaching-Helfer Dave Danzig teile ich mir eine Wohnung in Würzburg. Und außerdem ist die Deutsche Bahn für mich jetzt das perfekte Büro auf den Fahrten zwischen Göttingen und Würzburg.

Was sagen Sie zur Entwicklung Ihres ehemaligen Teams und trauen Sie der BG noch den Klassenerhalt zu?

Patrick: Die Göttinger sind jetzt unser Gegner. Ich kenne nur noch Kyle Bailey und Louis Dale. Gegen Bailey habe ich in Göttinger Zeiten auch schon gespielt, als er in Ulm und Ludwigsburg spielte. Aber das war nie ein Problem, ich war nie sauer auf ihn, dass er damals fort ging. Aber heute wird das schon komisch. Da ist der Parkettboden, auf dem wir mit der BG EuroChallenge-Sieger geworden sind. Das ist jetzt mit Göttingen wie mit einer alten Freundin. Die BG kann es noch schaffen. Aber ich will heute nicht als Verlierer nach Hause gehen. Das ist schließlich mein Beruf und kein Hobby-Sport.

Was sagen Sie zur Aktion der BG-Fans, noch Geld für einen Spieler zu sammeln?

Patrick: Das ist unglaublich! Diese Aktion zeigt den tollen Charakter dieser Fans und zeiaußerdem noch, wie wichtig Basketball für Göttingen ist.

Das Spiel am Samstag steigt in der S-Arena und nicht in der Lokhalle. Vorteil oder Nachteil für Würzburg?

Patrick: Das ist für uns sicherlich besser so. In der Lokhalle könnte ich nicht coachen, da sind so viele Emotionen dabei. (gsd)

Zur Person

JOHN PATRICK (43) hat die BG Göttingen von 2006 bis 2011 trainiert, stieg mit ihr 2007 in die Bundesliga auf und trainiert seit dieser Saison Neuling Würzburg, weil sich die BG nicht mit ihm über einen neuen Vertrag einigen konnte. Er ist verheiratet, und Vater von fünf Kindern. Patrick war in Japan Meister mit Toyota Alvark, hat dorthin gute Kontakte. Größter Erfolg: EuroChallenge-Sieger 2010 mit der BG. (gsd)

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