BG-Neuzugang Alex Ruoff: „Geld ist eben auch nicht alles!“

Göttingen. Der Mann macht jetzt einen gereiften Eindruck. Drei Jahre nach seinem ersten Engagement beim Basketball-Bundesligisten BG Göttingen ist Alex Ruoff am 20. Oktober zu den Veilchen zurückgekehrt. „Das ist eine gute Entscheidung gewesen“, sagt der Top-Allrounder.

Wie schon Adam Waleskowski in dieser und Khalid El-Amin und Harper Kamp in der vergangenen Spielzeit ist der Mann aus Springhill (Florida) nach Südniedersachsen zurückgekehrt. Damals, in der Saison 2014/15, hatte Ruoff entscheidenden Anteil am Wiederaufstieg der Veilchen in die Bundesliga. Im ersten BBL-Jahr lief er im Verbund mit El-Amin (14,5 Punkte pro Spiel) und Raymar Morgan (16,2) zur Hochform auf, wurde Fünfter der BBL-Scorerliste (14,8 Punkte pro Spiel). Getreu der Profimarkt-Mechanismen wurde Ruoff zu teuer, war von der BG finanziell nicht mehr zu halten. So kam der Wechsel nach Bilbao in die „ACB“ zustande. Die spanische Liga gilt als die beste in Europa.

Der große Unterschied: Bei der BG gehörte Ruoff zu den Chefs auf dem Parkett, zu den „floor generals“. „In Bilbao hatte ich eine kleine Rolle, als Tabellenzehnter hatte der Klub auch keine gute Saison“, berichtet er. Für seine persönliche Entwicklung möchte Ruoff den baskischen Klub aber nicht missen. „Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, bin mit 30 jetzt auch reifer und erfahrener geworden. Ich habe viel über mich selbst gelernt.“ Im Eurocup trat er mit den Basken gegen vier deutsche Teams an.

Mit dem Trainerwechsel in Bilbao war auch Ruoffs Engagement in Nordspanien zu Ende. „Geld ist eben nicht alles“, sagt er rückblickend. Eher ungewöhnlich im Profigeschäft. Obwohl er auch weitere Angebote hatte also zurück nach Deutschland, das hat er schätzen gelernt. Das Rennen machte Ludwigsburg mit Ex-BG-Coach John Patrick.

Nur fünf Spiele absolvierte der „Florida-Boy mit Führungskraft“, so die Überschrift über Ruoffs erste HNA-Story am 26. September 2013, für die MHP Riesen (darunter Göttingens zweiter Saisonsieg/74:71) – doch die Etappe bei den Schwaben wurde zum Missverständnis. „Ich sollte als Power Forward spielen“, erzählt Ruoff. Nicht seine Position als „Zweier“ (Shooting Guard) oder „Dreier“ (Small Forward). „Meine Punkte und Einsatzzeiten gingen runter, ich konnte JP‘s Team nicht helfen.“ Man trennte sich tatsächlich einvernehmlich, versichert er – es war das Glück für die Göttinger, die ihren „Königs-Transfer“ landeten.

„Wir sind beide emotional.“

Ruoff, inzwischen in Margantown (West Virginia) zuhause, räumt bei der Gelegenheit auch mit einem anderen Gerücht auf: In seiner ersten Göttingen-Saison soll es „Dissonanzen“ mit Coach Roijakkers gegeben haben. „Wir sind beide emotional“, beschreibt er das Verhältnis Spieler/Trainer. Die Basis für erfolgreiche Zusammenarbeit ist jetzt aber längst wieder gegeben.

Weiter immer mit dabei hat Ruoff seine Maya. Die Tochter von Teamassistent Kai Winkler („einer meiner besten Freunde“) kümmert sich bei BG-Auswärtsspielen um die Boxerhündin. „Ich liebe meine Freiheit“, sagt Ruoff und lächelt bei der Frage nach einer Freundin. Irgendwann will er sich niederlassen. Bis dahin will er aber noch ein bisschen Basketball spielen. Zunächst mit der BG am Samstag gegen Rasta Vechta, das am Dienstag klar mit 75:104 in Bamberg verlor. 

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.