BG-Neuzugang Benas Veikalas: Ein Litauer auf der großen Reise

Göttingen. Nanu, ist er gar nicht an unserem Treffpunkt? Wir gehen nochmal zurück zur Trainingshalle der BG. Alles verschlossen, aber drinnen wird fleißig der Ball geprellt. Und siehe da: Benas Veikalas legt nach dem Veilchen-Training noch ’ne Extraschicht ein – mit seinem Sohn Vince. Auch nicht alltäglich.

Über die Kinder kommt man ins Gespräch. Vince (14) ist das mittlere der drei Veikalas-Kinder. Tony (17) lebt und geht in Las Vegas zur Schule. Nesthäkchen ist die kleine Amber, die erst gut eineinhalb Jahre alt ist, in Bonn zur Welt kam. Veikalas’ Gattin Stacey ist mit dem Nachkömmling gut beschäftigt.

Veikalas spricht aus eigener Erfahrung, wie es ist, im Alter von 17 Jahren in einem anderen Land zu leben und schon auf eigenen Füßen zu stehen. In diesem Alter verließ er Joniskis, ein 10 000 Einwohner zählendes Städtchen im Norden Litauens an der Grenze zu Lettland. Der Neu-BGer lebte ab 2001 bei einer Gastfamilie in San Diego (Kalifornien), ging dort zur High School.

Ein Jahr später besuchte er die Uni in Denver, wo er sein Diplom in „International Business“ machte. In der Hauptstadt Colorados lernte er auch seine spätere Frau kennen. Stacey Veikalas beschreibt dies lustig auf ihrer umfangreichen Homepage („Baskets Life Travel: Travelling where the Ball takes us“), auf der sie gefühlvoll das Basketball-Leben der Familie Veikalas skizziert. Amüsant beschreibt sie fast alles, womit die Frau eines Profi-Basketballers zu tun hat. Zum Beispiel, wie Klein-Amber, das unerwartete, neue Familienmitglied, das Leben der Familie „drastisch“ veränderte. Zum Beispiel, „wie man ein guter Deutscher wird“, zum Beispiel über Essen und Trinken in „Germany“.

Zurück in Litauen unterschrieb Veikalas 2007 seinen ersten Profivertrag in Kedainiai. Zwei Jahre später ging’s nach Prostejov (Tschechien). Und wieder zwei Jahre später wechselte er nach Bonn. „Eine großartige, gute Stadt“, schwärmt Veikalas. Bei den Telekom Baskets spielte er auch mit Andrej Mangold zusammen. Als der sich kurz nach dem Wechsel zur BG verletzte, holte die BG Veikalas als Ersatz – einen Bonner für einen Bonner.

Nun also Göttingen. BG-Coach Roijakkers schätzt Veikalas sehr. „Er bringt Erfahrung ins Team“. Nach Veikalas’ schwachem Auftritt gegen Frankfurt krachte es aber auch schon mal, deutete der Trainer an. Eben Profi-Geschäft. Der Litauer lobt, wie uneigennützig seine Teamgefährten seien und auch seinen Coach: „Ich mag sein Feuer.“

Neulich war Veikalas’ Vater, ein Ex-Leichtathlet und Basketball-Trainer, beim Derby mit in Braunschweig. Er passt jetzt auch auf „Duke“, den Schäferhund der Familie, zuhause in Joniskis auf. Veikalas traurig: „Zum ersten Mal seit vielen Jahren ist unser Hund nicht bei uns.“ Im Göttinger Appartment sind Hunde nicht erlaubt. Vermutlich wird Ehefrau Stacey auch über diese Episode der Veikalas-Familie auf der großen Reise durch die (Basketball-)Welt in über 30 Länder berichten. 

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