BG-Neuzugang Sanders: Tempo ist Trumpf für den "Turbo-Texaner"

Göttingen. Hallo Houston, wir haben ein Problem – wer kennt diese Floskel aus der amerikanischen Raumfahrt nicht! Überhaupt kein Problem mit ihrem Mann aus Houston/Texas hat die BG Göttingen.

Im Gegenteil: Jesse Sanders (27), der aus dem Stadtteil „Sugar Land“ (Einwohnerzahl: knapp 90 000!) im Südwesten der fast 2,2 Millionen Einwohner zählenden texanischen Metropole stammt, hat bereits viel frischen Wind ins Aufbauspiel der Veilchen gebracht. 

Sanders, redegewandt, höflich, zuvorkommend, stellt den Typ „Schwiegermutters Liebling“ dar. Mit Gattin Courtney ist er seit drei Jahren verheiratet, seit 19 Monaten hält Klein-Ava, die während seines Engagements in Belgien zur Welt kam, Mum und Dad auf Trab. „Sie mag Hunde, vor allem den von Alex Ruoff“, erzählt Sanders mit verschmitztem Lächeln. Kennengelernt hat er seine Frau an der Liberty University in Lynchburg (Virginia). Schon dort spielte er Basketball für die „Liberty Flames“ und hält als Point Guard immer noch den Rekord mit 726 Assists. In Veröffentlichungen ist vom „US College Star“ die Rede.

Sanders stammt aus einer großen Familie. Vater Tom, ein Rechtsanwalt, und Mutter Nancy haben sechs Kinder. Jesse hat zwei ältere Brüder (Thomas und Ethan) und einen jüngeren (John) sowie zwei Schwestern. Die Brüder sind per Smartphone gut vernetzt und machen auch anderweitige Geschäfte: Mit John betreibt er den „Sanders Family Photo Booth“ – Foto-Stände, in denen man sich bei familiären Festivitäten fotografieren lassen kann. Scheint ganz gut zu laufen und macht Spaß, lässt Sanders durchblicken. Per Handy gibt er über den großen Teich gern Ratschläge und auch Ehefrau Courtney hilft mit, wenn sie nicht kocht, was sie gern macht.

Ab stecher nach Italien

Wie das (nicht nur) bei vielen US-College-Basketballern so ist, zog es Sanders nach dem heimischen College-Abschluss ins Ausland. „Ich bin jung, möchte Erfahrungen sammeln“, erzählt er über seine erste Europa-Station im italienischen Jesi (bei Ancona), wo er auch die italienische Küche lieben lernte.

Die zweite Profi-Station kam Sander sehr gelegen: Australien! Vorteil Sanders: In „Down under“ erlebte er den Sommer, während in Houston Winter war und umgekehrt – zweimal Sommer in einem Jahr! Bei den Sidney Kings knüpfte er an seine tollen statistischen Werte aus der College-Zeit (u.a. mit seltenen „Triple-Doubles“ = drei zweistellige Werte) an. Zurück in Europa spielte der neue BG-Spielmacher in Belgien für Limburg United unter Coach Brian Lynch, einem guten Bekannten von Johan Roijakkers.

Seine ersten Deutschland-Erfahrungen sammelte Sanders vergangene Saison bei den Walter Tigers Tübingen. Allerdings eine verkorkste Saison: Wegen einer Erkrankung absolvierte er nur 16 Spiele, u.a. beim BG-Debakel zu Saisonbeginn 2015/16 (sechs Punkte von ihm beim Tübinger 98:56-Sieg).

Auch persönlich bessere Zeiten hat Sanders bei den Veilchen schon angedeutet. „Jesse ist der Motor unseres Teams“, hat Roijakkers schon vor der Saison prophezeit. „Jesse ist nach der vergangenen Saison hungrig.“ „TurboSanders’“ Tempospiel kommt bei den BG-Fans gut an.

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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