BG vor Abstieg bewahrt

Cool, cooler, Kulawick: BG-Dreierspezialist als Rettungs-Held

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Vom Rettungs-Glück übermannt: Robert Kulawick (links) wird von BG-Pressesprecherin Birte Meyenberg und Malte Schwarz nach seiner Saisonbestmarke mit 20 Punkten getätschelt. 

Göttingen. Ausgerechnet „Kulle“! Ausgerechnet einer der deutschen Spieler! Ausgerechnet Robert Kulawick (30) wurde am Sonntagabend zu dem Spieler, der Basketball-Bundesligist BG Göttingen vor dem Abstieg in die 2. Liga bewahrt hat.

20 Punkte – so viele hat der Berliner in dieser Saison noch nie erzielt. Sechs Dreier und zwei Freiwürfe trugen zum dringend nötigen Sieg gegen Würzburg (85:78) bei. „KU-LA-WICK, KU-LA-WICK“, feierten ihn die 3447 Fans in der ausverkauften S-Arena. „Cool, cooler, Kulawick“, berichtete der NDR-„Sportclub“. Klar, dass er auch die Sieges-Humba anstimmen musste.

Und Kulle hatte feuchte Augen, als er auf den Schultern seiner Mitspieler durch die Halle schwebte. Kaum ein anderer verkörpert die BG so wie er. Er spielte seine fünfte Saison in Göttingen. „Ich liebe diese Stadt, ich liebe diese Team“, hatte Kulawick, dessen Frau an der Uni tätig ist, eine Liebeserklärung für Göttingen im „telekombasketball-TV“ parat. „Das ist der Moment, für den man Basketball spielt.“ Gestern war er „im Loch“. Wie geht’s weiter? „Weiß ich noch nicht, ich kann mir alles vorstellen: BG ist immer eine Adresse. Ich brauche erstmal Abstand. Die Saison kostete viel Energie.“

„Göttinger, nennt eure Kinder Robert. Auch die Mädchen!“

„Es war keine einfache Saison“, meinte Dominik Spohr. „Aber ein versöhnlicher Abschluss, Erleichterung pur!“

Nüchtern wie meist blieb Trainer Roijakkers, der aber sogar die Spieler abklatschte und in den Arm nahm. Der Niederländer: „Kompliment an unsere Organisation! Alle anderen Trainer der Abstiegskandidaten wurden entlassen, nur bei uns hat das Management ruhig gehalten. Danke an Frank Meinertshagen und die Gesellschafter!“

Es war ein irres Fernduell mit dem MBC, das die BG hauchdünn aufgrund des um acht Punkte besseren direkten Vergleichs gewann. Völlig verrückt: Nachdem es in Göttingen Probleme mit der Uhr gab, verzögerte sich der Beginn der zweiten Halbzeit um einige Minuten, so dass in Weißenfels schon länger gespielt war. Während beim MBC der 89:77-Sieg gegen Bayreuth schon feststand, lief die Partie in der S-Arena noch – und wurde in Weißenfels via „telekombasketball-TV“ auf die Hallenbildschirme aufgeschaltet. MBC-Trainer Krunic konnte es nicht mehr mit ansehen, verschwand in die Kabine, die MBC-Spieler hockten auf dem Boden und Banden und sahen, wie die BG gewann – und Weißenfels’ Abstieg Realität wurde.

Absolut erstliga-reif waren auch beim letzten Saisonspiel wieder die Fans. Schon vordem Spiel feuerten sie jeden Spieler per Namensnennung einzeln an. Eine Choreographie mit „Let’s go BG“-Schildern verlieh dem, was auf dem Spiel stand, noch mehr Nachdruck. Während der Partie fast Dauer-Gesänge, die bei erfolgreichen Würfen zum Orkan anschwollen und im Jubel um „Kulles“ sechs Dreier gipfelten, die er Würzburg reinschweißte.

Wieder 3447 Zuschauer – zum zehnten Mal (von 17 Spielen) war ein BG-Spiel ausverkauft. Insgesamt kamen diese Saison 58 008 Fans, macht einen Schnitt von 3412. Zur Vorsaison noch einmal eine Steigerung um 1,8 Prozent. Die Halle ist mit 96,9 Prozent ausgelastet – mehr geht kaum. Im Zuschauer-Ranking ist die BG Erstliga-Elfter, ließ sieben Klubs hinter sich. Welche(s) andere Institution/Event weist in Südniedersachsen solche Zahlen auf? (gsd)

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