Dramatischer 82:78-Krimisieg: BG löst Frankfurt-„Tatort“

Den Korb im Blick: Göttingens Matthis Mönninghoff (am Ball) konzentriert gegen Frankfurts Ekenechukwu Ibekwe (links) und Quantez Robertson. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Der 1000. „Tatort“ lief erst am Sonntagabend in der ARD. Einen Krimi sondergleichen bekamen 3345 Zuschauer in der S-Arena aber bereits am Sonntagnachmittag geboten. Hauptdarsteller waren auf dem Basketball-Parkett nicht Schimanski, Batic oder Kommissarin Lindholm, sondern die Spieler der BG Göttingen. Nach einem dramatischen Hitchcock siegten die Veilchen schließlich mit 82:78, benötigten dazu aber erstmals in dieser Saison die Verlängerung, nachdem es nach den 40 regulären Minuten 67:67 gestanden hatte. Die BG löste ihren „Frankfurt-Fall“ also mindestens genauso so souverän wie die „Tatort“-Kommissare.

Erfreulich zudem: Für das Team von Trainer Johan Roijakkers war es der dritte Sieg in Serie, wodurch die Göttinger jetzt mit 10:10-Punkten auf dem neunten Platz stehen – nur einem Rang hinter den Playoff-Plätzen. Wer hätte das vorm Saisonbeginn gedacht?

„Wir haben gegen Frankfurt 30 Minuten lang sehr wenig falsch gemacht und sehr solide gespielt“, meinte Coach Roijakkers nach dem spannenden Match. „Wir werden immer stabiler, seit alle Spieler zusammen trainieren können. Nur das vierte Viertel war nicht so, wie es sein muss. Aber in der Verlängerung haben wir es dann wieder besser gemacht.“

Dass die BGer die Fans so auf die Folter spannten, war eigentlich überflüssig. Nach 25 Minuten lagen die Göttinger mit 50:40 vorn, nach 30 Minuten hieß es 56:45 für die Veilchen. Doch der schöne Vorsprung war schneller wieder verspielt als gedacht. Vor allem, weil die Göttinger den neuen Frankfurter Starspieler Shavon Shields nicht in den Griff bekamen. Er markierte 26 Punkte, war nie zu stoppen.

Nach 33 Minuten hatten sich die Veilchen erneut eine Zehn-Punkte-Führung erarbeitet – 60:50 durch einen weiten, schwierigen Hakenwurf von Adam Waleskowski. Die Fans schon in Feierlaune, doch Shields brachte seine Skyliners beim 63:62 erstmals seit Mitte des zweiten Viertels wieder nach vorn. Hoffen, zittern, bangen bei den Veilchen!

Ruoff als Anführer

Zweieinhalb Minuten vorm Ende Waleskowski raus, sein fünftes Foul. Wer sollte die Verantwortung übernehmen, wer die Führung auf dem Feld? Als richtig „on fire“ (heiß) hatte sich zuvor eigentlich kein BGer herauskristallisiert. Veikalas und Eatherton hatten keinen guten Tag erwischt. Ex-Bundestrainer Terry Schofield hielt Spielmacher Jesse Sanders vor, zuviel zu dribbeln, Williams, Mönninghoff und Waleskowski hatten zumindest solide gespielt.

Also blieb die Entscheidung letztlich an Alex Ruoff hängen. Neun Zähler im ersten Viertel, im zweiten keiner, dann drei im dritten und sieben im vierten Viertel. Ruoff war dann zur Stelle, als es darauf ankam. Führungs-Qualitäten eben. Nach der heißen Endphase im letzten Viertel markierte er in der Verlängerung den wichtigen Dreier zur 74:73-Führung. Veikalas erzielte seine einzigen Punkte an der Linie (Quote nach 40 Minuten nur schwache 43 Prozent), wo auch noch Sanders, Eatherton und Mönninghoff punkteten. Fünfter Sieg perfekt. Mund abputzen. Zwei weitere Heimspiele (Gießen, Vechta) folgen. Und weitere Siege? (gsd)

Von Helmut Anschütz

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