Zurück in die Heimat Berlin

„Dreiergott Kulle“ geht: Robert Kulawick verlässt BG Göttingen

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Vom Klassenerhalt überwältigt und mitgenommen, vom Abschied jetzt betroffen: Robert Kulawick unmittelbar nach der Rettung gegen Würzburg in einem kurzen, stillen Moment. 

Göttingen. Völlig überraschend kommt es nicht. Vielmehr war schon seit einiger Zeit damit zu rechnen, dass Robert Kulawick (30) die BG Göttingen verlassen wird. Seit Freitag ist es nun amtlich.

„Kulle“ geht zurück in seine Heimat Berlin, wo er in Alt-Hohenschönhausen ein Haus für sich, Ehefrau Diana und Töchterchen Felice gekauft hat. Dort soll nun sein neuer, alter Lebensmittelpunkt werden „Coolawick“ geht – wie bitter ist das für die Veilchen und ihre Fans!

Am 1. Mai hat „Kulle“ mit sechs Dreiern gegen Würzburg (insgesamt 20 Punkte) maßgeblich dazu beigetragen, dass die BG im letzten, entscheidenden Spiel in der Basketball-Bundesliga bleibt. Die Fans feierten den „Retter“, der sichtlich gezeichnet von den Umständen war. „Ku-la-wick, Ku-la-wick“, intonierte nicht nur die Nordtribüne, wo die „härtesten“ Veilchen-Anhänger für Stimmung sorgen. „Kulle“ hatte feuchte Augen, meinte: „Ich liebe diese Stadt, ich liebe diese Fans!“ Das wird unvergessen bleiben.

„Kulle“ geht zurück in seine Heimat Berlin, wo er in Alt-Hohenschönhausen ein Haus für sich, Ehefrau Diana und Töchterchen Felice gekauft hat. Dort soll nun sein neuer, alter Lebensmittelpunkt werden „Coolawick“ geht – wie bitter ist das für die Veilchen und ihre Fans!

Doch Sentimentalitäten und (Sport-)Romantik zählt auch im Basketball-Business nur am Rande oder gar nicht. Kulawick war enttäuscht über das neue Angebot, das die BG ihm in Person von Trainer Johan Roijakkers und Geschäftsführer Frank Meinertshagen gemacht hat. In den Verhandlungen und Gesprächen ging es auch um private Dinge, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind – so unter anderem auch das berufliche Fortkommen von Kulawicks Frau.

So entschied sich Kulawick nun, nach 299 Bundesligaspielen aufzuhören: „Im Moment steht für mich fest, dass ich vorerst nicht mehr in der Bundesliga spielen, sondern mich auf meine Familie und mein Leben in Berlin konzentrieren möchte. Am Ende sprachen mehr Gründe für Berlin als gegen Berlin, auch wenn mir diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist.“

Große Worte gibt’s zum Abschied von den BG-Verantwortlichen. Trainer Roijakkers: „Dass Robert nicht in unser Team zurückkehrt, ist der größte Verlust für uns. Er war das Herz und die Seele unseres Teams.“ BG-Boss Meinertshagen: „Wir verlieren einen menschlich und sportlich wertvollen Spieler. Robert ist ein großer Teil der BG-Geschichte.“

2008/09 kam Kulle erstmals nach Göttingen, holte im John-Patrick-Team 2010 die EuroChallenge-Titel. 2011 folgten drei kaum erfolgreiche Jahre in Braunschweig, ehe er 2014 zurückkehrte – die BG-Fans waren happy.

Jetzt sind viele sauer, meinen, dass die BG am falschen Ende spart und eines der wenigen Gesichter der Veilchen gehen lässt. Doch der Abgang ist Realität. Tschüss, Kulle! Und vielen Dank.

PS. Die BBL bezeichnete „Kulle“ sogar als „Dreiergott“. So viel zum Stellenwert des bisherigen Göttingers in Basketball-Deutschland. (haz/gsd-nh)

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