Ersatzmann für Edwards?

Eminent wichtiger Sieg der BG gegen Gießen

Kulle stimmt die Sieges-Humba an: BG-Spieler Robert Kulawick (links) steuerte fünf Dreier zum Sieg der BG Göttingen über die Gießen 46ers bei und wird von seinen Fans gefeiert. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Hinterher kriegten sich die Göttinger unter den 3253 Fans gar nicht mehr ein. „Kulawick, Kulawick“, feierten sie mit donnernden und nicht enden wollenden Sprechchören den (ihrer Ansicht nach) Matchwinner der BG Göttingen gegen die Gießen 46ers.

Dass er die „Sieges-Humba“ starten musste – logisch! Klar, „Kulle“ - wie sie ihn alle nur nennen - hatte den Hessen fünf Dreier reingehauen, entscheidend zum 91:86 (42:37) beigetragen, sein erfolgreichstes Spiel seit langem für die Veilchen bestritten. Doch es war natürlich nicht nur Kulawicks Glanz-Abend im letzten Spiel der BBL-Vorrunde und im ersten Spiel des neuen Jahres – es war vielmehr die Team-Leistung, die endlich mal wieder klar über dem Schnitt lag.

Die Veilchen landeten damit einen überlebenswichtigen Sieg im Bundesliga-Abstiegskampf, der allerdings von ziemlichem Wirbel um einen Spieler begleitet war, der gar nicht da war. Shane Edwards saß im Gegensatz zu Malte Schwarz, der wegen einer Oberschenkelverletzung fehlte, nicht auf der Bank. „Er hat Grippe“, meinte Trainer Johan Roijakkers. Das war die Klub-Version. Die andere: Edwards wird Göttingen von sich aus am Dienstag verlassen, seine schwankenden Leistungen haben zuletzt keinen zufrieden gestellt. Bei der BG scheint man noch um eine offizielle Sprachregelung in Sachen Edwards bemüht zu sein.

Steht der nächste Spielertausch an? Gut möglich. Denn Edwards Gehalt stünde zur Verfügung. Wäre der Ex-BGer Alex Ruoff (jetzt Bilbao und nächsten Mittwoch mit den Spaniern im Eurocup in Ulm) nach Khalid El-Amin ein zweiter eventueller Rückkehrer? Wohl eher nicht – Ruoff und Roijakkers waren längst nicht immer eine Herz und eine Seele. Also ein anderer Neuer?

„Totgesagte leben länger“, meinte Kulawick nach seinem Husarenstreich. „Ein solches Spiel kannst du nur über Kampf und Einstellung gewinnen.“ Daran hat es gegen Gießen nicht gehapert im Gegensatz zu Bayreuth.

Die BG war 10:0 und 14:2 weg, Gießen fand nur langsam in die Partie. Drehte sie aber zum 24:25 und 26:29 (höchste Gästeführung). Danach lag die BG nie wieder zurück, weil „Kulle“ seine fünf Dreier scorte, El-Amin klug Regie führte und Terrell Everett nicht nur Ego-Shooter war.

„Viele haben zum Sieg beigetragen“, lächelte El-Amin fast väterlich und sprach explizit David Godbold an: „Er machte einen Schritt nach vorn.“ Sah auch Roijakkers so: „Er war im größten Loch seiner Karriere, gewann aber das Spiel.“ An der Freiwurflinie nämlich mit sechs Punkten zum Schluss, nachdem Gießen per 8:0-Lauf auf 72:74 verkürzt hatte und Kulawick raus war (5. Foul, 35.). „Wer fast 40 Minuten führt, hat den Sieg auch verdient“, räumte Gießen-Coach Dennis Wucherer ein.

Den Gag des Abends lieferte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler: „2016 ist die BG ungeschlagen!“ Der Mann muss es wissen!

91:86 gegen Gießen: BG Göttingen feiert vierten Saisonsieg

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