Große Fluktuation: Schon acht BG-Spieler wieder weg

Marcus Hatten

Göttingen. Das von der BG Göttingen selbst anfertigte, offizielle Mannschaftsfoto für die Beko Basketball-Bundesliga GmbH und für das Fachmagazin „BIG“ konnte man noch im vergangenen Jahr getrost „in die Tonne kloppen“. Etwa die Hälfte der abgebildeten Spieler von dem aufwändigen Hochglanz-Produkt sind entweder schon wieder weg oder waren zum damaligen Fototermin noch gar nicht da. So groß ist die Fluktuation bei den Göttinger Veilchen, die derzeit den vorletzten und damit einen direkten Abstiegsplatz belegen, seit der Abstiegssaison 2011/12 nicht gewesen. Eine Chronologie des Kommens und Gehens.

Marcus Hatten (35) sollte der neue Kopf der Mannschaft werden, nachdem Khalid El-Amin sich Richtung Kosovo verabschiedet hatte. Doch die Team-Ärzte der BG legten bei der Verpflichtung ihr Veto ein. Wegen einer Knieverletzung sei das Risiko zu hoch, ihn zu holen. Inzwischen ist der Pointguard zu Ex-Klub MBC zurückgekehrt, machte neun Spiele und im Schnitt 12,6 Punkte. Kann für den MBC gutgehen, muss aber nicht – ein Vabanquespiel um Hattens Gesundheit.

Juan Pattillo (27) sollte als neuer Außen kommen. Doch nach wenigen Trainingseinheiten in der Vorbereitung hieß es schon wieder „good bye“. Trainer Johan Roijakkers bemängelte seine Fitness. Abgang nach dem einzigen Testpiel gegen Zweitligist Gotha.

Armon Johnson (26) absolvierte die ersten Testspiele mit Höhen und Tiefen. Im Spiel gegen Zwolle (Holland) schickte ihn Roijakkers in die Kabine, bei einem der folgenden Trainings soll es einen weiteren Vorfall gegeben haben – Abgang aus disziplinarischen Gründen. Legendär dazu Roijakkers’ deutlicher Kommentar im „Telekombasketball-TV“: „Die Arschlöcher sind schon weg.“

Lawrence Alexander (24) half vom MBC kommend aus. In Weißenfels hatte er keinen neuen Vertrag bekommen. Der kleine Aufbauspieler (fünf Einsätze) tat sein Bestes, vermochte aber nicht die wichtigen Impulse zu setzen, um als Spielgestalter bleiben zu können.

Ricky Minard (33) – ganz tragisches Aus für den jetzt in Kiew spielenden US-Boy. Er rutschte im ersten Spiel in der Lokhalle gegen Berlin auf einer schlecht befestigten Bodenwerbeplane aus, kam nicht wieder auf die Beine. Abgang aus Verletzungsgründen. Allerdings: Minard wirkte bei mehreren Einsätzen phlegmatisch, auch er konnte zu wenige Impulse geben.

Chris Jones (24) machte nur ein einziges Spiel für die Göttinger in der Lokhalle gegen Bamberg. War mit 15 Punkten gleich der Topscorer für die Veilchen. Doch er war zu teuer, wechselte sofort weiter nach Paris.

Marque Perry (34) sollte endlich den Abgang von „Zauberzwerg“ El-Amin kompensieren, nachdem immer deutlicher geworden war, dass es der BG an Struktur in den Spielen fehlte. Vor dem ersten Spiel in Tübingen aber verletzt, Spielmacher-Genialität ließ jedoch auch er vermissen. Sein Ligadebüt gab Perry am siebten Spieltag gegen Phönix Hagen und erzielte dort seinen Bestwert von 19 Punkten

Shane Edwards (28) war für die spektakulären Aktionen zuständig, vernachlässigte dabei aber seine Abwehrarbeit, was Roijakkers gar nicht zu gefallen schien. Nach Klubangaben „auf eigenen Wunsch“ gegangen.

Gegenüber stehen Terrell Everett als Nachverpflichtung und Rückkehrer Khalid El-Amin. Für Edwards sucht die BG einen weiteren Nachfolger. (gsd) 2 Fotos: zje/nh

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