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„Mit John Patrick in die nächsten Jahre“

Das Samstags-Interview mit Marc Franz, Geschäftsführer der „starting five GmbH“ von Basketball-Bundesligist BG Göttingen

„Mit John Patrick in die nächsten Jahre“

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Göttingen. Basketball-Bundesligist BG Göttingen schwebt in diesen Wochen wie auf Wolke sieben von Erfolg zu Erfolg - ob in der Bundesliga, im Pokal-Wettbewerb oder in der EuroChallenge. Wir sprachen mit dem Geschäftsführer der „starting five GmbH“, Marc Franz, über die derzeitige Situation der Veilchen.

Neues Domizil: Marc Franz, Geschäftsführer der „starting five GmbH“, vor der neuen Geschäftsstelle von Basketball-Bundesligist BG Göttingen. Foto: Gleitze/gsd

Herr Franz, wie ist dieser Erfolg der BG zu erklären, was sind die Faktoren?

Franz: Unser Team zeichnet viel Herz und Wille aus. Die Jungs wollen gemeinsame Ziele erreichen und jedes Spiel gewinnen. Wir definieren uns wieder sehr über die starke Defense, haben aber gleichzeitig auch die beste Offensive der Liga mit aktuell 82 Punkten pro Spiel.

Trotz aller Euphorie hängt der BG noch die Insolvenz des Namenssponsors MEG nach. Insgesamt soll noch eine sechsstellige Summe im 1,7-Millionen-Euro-Saisonetat offen sein. Gibt es Nachwirkungen nach dem MEG-Ausstieg?

Franz: Selbstverständlich gibt es Nachwirkungen. Es fehlte ja schlagartig Geld, das vor der Saison fest eingeplant war. Die entstandene Lücke konnten wir noch nicht vollständig kompensieren. Daran arbeiten wir aber jeden Tag sehr hart.

Siegen sich die Veilchen wie vor einem Jahr, als es nicht eingeplante 26 Siege in der Bundesliga-Vorrunde gab und damit auch ein finanzielle Lücke, auch in der laufenden Serie zu Tode?

Franz: Zu Tode siegen ist natürlich der falsche Ausdruck. Wir haben bei unseren Planungen vor der Saison mit mehr Siegen gerechnet. Richtig ist aber auch: Ein Club mit einem grundsätzlich knapp bemessenen Budget so wie wir besitzt so gut wie keinen finanziellen Spielraum. Hinsichtlich der Ausgaben stoßen wir in diesem Jahr so langsam wieder an unsere Grenze. Ganz grundsätzlich müssen wir unsere Erlössituation verbessern.

Falls die BG auch noch das Viertelfinale in der EuroChallenge überstehen sollte – haben Sie daran gedacht, sich für das Final-Four-Turnier vom 30. April bis 2. Mai zu bewerben?

Franz: Wir würden gerne in der Zukunft ein solches Turnier ausrichten, haben aber in diesem Jahr aus Kosten- und Organisationsgründen davon Abstand genommen. Sicherlich wäre auch die Ausrichtung eines ähnlichen Beko BBL-Turniers hochinteressant.

Mehr als 600 Fans werden die BG zur Pokal-Endrunde mit dem ersten Halbfinalspiel gegen Bamberg am 10./11. April nach Frankfurt begleiten. Diese Resonanz wird auch Sie sicher beeindrucken.

Franz: Die Resonanz ist mehr als beeindruckend, darauf können alle richtig stolz sein! Unser Lob und Dank gilt unseren treuen Zuschauern, die uns stets phantastisch unterstützen und mit denen wir am liebsten einen Pokalsieg in Frankfurt feiern würden.

Wie beurteilen Sie den Stellenwert und das Image der BG Göttingen in der Region nach den zahlreichen letzten Erfolgen?

Franz: Es ist immer schwer, über sich selbst zu urteilen. Aber allein der hohe Zuschauerzuspruch und das große Medieninteresse zeigen, dass der Stellenwert für Göttingen und die Region immer größer wird. Dies bestätigen mir auch viele positive Gespräche mit Menschen, die sich gut auskennen. Trotzdem arbeiten wir jeden Tag an unserer Marke, denn überregional sehen wir noch viel Potenzial.

Wird die Hälfte der Mannschaft nach der Saison wieder Göttingen verlassen? Sind Aufsteiger wie zum Beispiel Taylor Rochestie, Chester Frazier oder Dwayne Anderson überhaupt zu halten?

Franz: Darüber möchte ich nicht öffentlich spekulieren, denn jetzt heißt es erstmal volle Konzentration auf diese Saison. Aber natürlich arbeiten wir daran, wieder möglichst viele Spieler zu halten.

Warum wurde nicht doch noch ein weiterer Spieler für das unglaublich schwere weitere Programm in den drei Wettbewerben mit am Ende rund 30 englischen Wochen verpflichtet?

Franz: Wir danken allen, die sich noch zusätzlich finanziell beteiligen wollen, man darf aber unsere Gesamtsituation nicht aus dem Auge verlieren. Sie haben ja die Insolvenz der MEG AG bereits angesprochen. Aus gesamtwirtschaftlicher Betrachtungsweise ist es gegenüber der Beko BBL und auch unseren Partnern nicht zu rechtfertigen.

Der Vertrag mit Trainer John Patrick endet nach dieser Saison. Gab es inzwischen Gespräche mit Ihm?

Franz: Wasserstandsmeldungen werden wir nicht abgeben. Aber seien Sie versichert, dass wir mit John Patrick als Headcoach in die nächsten Jahre gehen wollen. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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