Basketball: BG Göttingen 86:96 gegen Luxemburg / Roijakkers sauer auf die Referees

Schiris werfen Trainer raus

Unrühmlicher Abgang: Nach zwei technischen Fouls muss der neue BG-Trainer Johan Roijakkers (Mitte) im Testspiel gegen Luxemburg die Halle verlassen. 2 Fotos: Jelinek

Göttingen. Es sollte „nur“ endlich das erste Testspiel für die BG Göttingen werden. Nach drei abgesagten Partien haben die Veilchen lediglich fünf Vorbereitungspartien auf dem Programm. Doch nach 18:04 Minuten gab es Riesen-Ärger im Match gegen den luxemburgischen Meister BBC Sparta. Die drei Schiedsrichter entschieden ohne jedes Fingerspitzengefühl überzogen auf ein unsportliches Foul gegen den BGer Akeem Vargas.

BG-Coach Johan Roijakkers beschimpfte (sicher auch nicht die feine Art...) die Referees zweifach mit „F... you“, wofür er zwei Technische Fouls und den Verweis von der Bank erhielt. Das Spiel stand kurz vor dem Abbruch und für die Göttinger unter dem unglücklichen Stern, dass der Cheftrainer mehr als eine Halbzeit fehlte und Co-Trainer Ingmar Snabilie das Coaching übernehmen musste. „Bei uns ist gleich was los“, fasste Frank Meinertshagen zusammen, Geschäftsführer der Pro Basketball Göttingen GmbH.

Nie in Führung

Basketball gespielt wurde natürlich auch noch. Und dies fürs erste Testspiel gar nicht einmal so schlecht. Allerdings gelang es der BG nicht, auch nur ein einziges Mal in Führung zu gehen. Die Luxemburger (mit dem Ex-BGer Kasey Ulin/30 Punkte) erwiesen sich als harter Widersacher, dem die Göttinger hinterher liefen.

Natürlich gab es viele gute Ansätze im neu zusammengewürfelten Team. 1,75m-Zwerg Tony Hitchens wirbelte als Spielmacher und traf drei Dreier. Ramon Harris brachte als Power Forward viel Druck ins Spiel. Michael Crowell nahm viele Würfe von außen, Rod Flemings hatte mehrere gute sehr ästhetische Aktionen, Paul Guede agierte eher unauffällig, der hünenhafte Center Michael Wenzl deutete sein Talent an, ebenso Akeem Vargas.

Vor dem Tip-off umjubelt wurde Rückkehrer Marco Grimaldi, dem die über 700 Fans stehend und mit Sprechchören applaudierten - das gibt Selbstbewusstsein nach der schlimmen Vorgeschichte des Spielmachers. In den Blickpunkt rückte zudem Nicholas Livas. Trainer Roijakkers kennt ihn aus der vergangenen Saison, als er mit BC Prievidza slowakischer Meister wurde - mit Livas im Team. Ob er neben dem für die nächsten Tage avisierten letzten US-Boy zusätzlich kommt, ist offen. Roijakkers hätte Livas, der sich in die Herzen der Fans spielte, gern - Meinertshagen meinte, dass das der Etat wohl nicht hergebe. „Er muss finanzierbar sein, das ist schwierig.“ Coach Roijakkers: „Wäre super, wenn Livas kommen würde. Er ist ohne Klub, fragte, ob er mittrainieren kann.“

Mit dem Spiel war der holländische Trainer „nicht zufrieden. Unsere Defense war schlecht. Wir müssten in der Vorbereitung weiter sein. Aber es gibt eben einige Probleme, die wir wohl nicht lösen können.“ Dennoch: Für den Auftakt war’s ok. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze