Couragierte und kämpferisch gute Leistung

Trotz der Niederlage in Berlin: Ruoff, Carter und Williams im Fokus

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Am Ende die tragische Figur: Göttingens Pointguard Leon Williams (rechts, gegen Berlins Peyton Siva) macht ein ordentliches Spiel – aber auch entscheidende Fehler.

Berlin. Die BG Göttingen hat ihre Serie von respektablen Auswärtsauftritten in der Basketball-Bundesliga fortgesetzt.

Wie schon in Bamberg und Oldenburg zeigten die Veilchen auch bei den höher eingeschätzten Berliner Albatrossen erneut eine couragierte und kämpferisch gute Leistung, verloren vor 8177 Zuschauern nur knapp mit 87:91 (39:44). „Ich bin sehr stolz auf mein Team, weil wir mit Benas Veikalas und Jesse Sanders auch noch zwei Ausfälle hatten“, meinte BG-Trainer Johan Roijakkers. Drei Göttinger Spieler standen im Blickpunkt:

Alex Ruoff

Alle waren gespannt auf das Comeback des Aufstiegshelden von vor drei Jahren. Ruoff, erst am Donnerstag verpflichtet, stand sofort in der „starting five“. Im ersten Viertel war aber unübersehbar, dass es noch an der Harmonie mit den Mitspielern fehlt – kein Wunder nach zwei Trainingseinheiten. Oft gab es noch Missverständnisse, die zu Ballverlusten führten – das große Manko der BG in Berlin überhaupt. Mit zunehmender Spielzeit „akklimatisierte“ sich Ruoff aber immer mehr. Sieben Punkte im zweiten Viertel, vier im dritten und wieder sieben im letzten – Topscorer im ersten BG-Auftritt. Ruoff selbstkritisch: „Eine harte Niederlage. Ich habe das Team zu zu vielen Ballverlusten geführt.“ Coach Roijakkers: „Alex spielt mein System super. Er wird uns helfen, er ist ein Super-Transfer für uns.“

Leon Williams

Weil Jesse Sanders (Blessur am rechten Handgelenk) im Aufbau fehlte, lastete fast die gesamte Verantwortung auf der Pointguard-Position auf dem Niederländer. Der junge Spielmacher machte insgesamt eine gute Partie (32:13 Minuten Einsatzzeit), musste aber seiner noch mangelnden Routine, Cleverness und Unerfahrenheit Tribut zollen. Williams wurde zur tragischen Figur in Berlin. Er trieb an, scorte, setzte seine Mitspieler ein (starke neun Assists) – verlor aber auch vier, fünf entscheidende Bälle (bittere acht der 24 BG-Turnover). „Ich war nicht gut genug“, blieb Williams Realist. „Ein gutes Spiel ist etwas anderes.“ Was er auf sich persönlich münzte.

Darius Carter

Endlich einmal, eigentlich zum ersten Mal in der BBL, zeigte der BG-Big Man, was er drauf hat – auch weil Center-Kollege Scott Eatherton nach 24 Minuten schon vier Fouls hatte. Carter schaffte ein beachtliches „Double-double“ mit 18 Punkten (zusammen mit Ruoff damit Topscorer in Berlin) und starken zwölf Rebounds. Mehrfach setzte sich der BGer unterm Alba-Korb kraftvoll durch und netzte sogar noch in letzter Sekunde den letzten der zehn Göttinger Dreier ein. „Ich habe mich gut gefühlt, aber ich kann es noch besser“, meinte Carter. Roijakkers: „Er war schon im Training dominant.“ War das der Durchbruch von Carter?

Die Hypothese steht: Mit Veikalas (Oberschenkelprobleme) und Sanders hätte die BG eine sehr gute Sieg-Chance in Berlin gehabt. Alba musste sehr strecken, um nach BBL-Pleiten wieder zu gewinnen. Erst in der letzten Minute machte der Pokalsieger seinen Erfolg perfekt. (gsd

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