Göttingen. „Heut’ ist so einer schöner Tag - lala-lala-la“: Immer wieder fuhr Hallen-DJ „Tarnos“, im Zivilberuf Zahnarzt, das „Fliegerlied“ von „Tim Toupet“ ab. Das Fliegerlied wurde am Samstagabend zum Siegerlied für die BG Göttingen. Nach mehr als zwei Monaten (8. Oktober) durften 2775 Zuschauer mit den Veilchen endlich einmal wieder einen Sieg feiern. Mit allem Drum und Dran, zum Beispiel der „Humba“ nach dem 80:75 (40:38) gegen die Walter Tigers Tübingen. enthusiastisch jubelten alle Lila-Weißen über diesen Erfolg nach 14 schmerzvollen Pleiten in der Bundesliga und im Europapokal.
Sie hatten es sich verdient, diese am Samstag nie aufgebenden und Riesen-Kampfgeist zeigenden Veilchen! Möglich, dass auch die Lokhalle ihren magisch-mystischen Anteil am Erfolg hatte. „Ich habe den Jungs gesagt, was dieses Gebäude bedeutet“, sagte der neue Chefcoach Michael Meeks hinterher. Klar, bis auf Kyle Bailey und den verletzten Lou Dale hatte ja noch niemand des neuen Teams je dort gespielt. „Es war eine spezielle Situation“, sagte Meeks weiter. „Vielleicht war es dieser unsichtbare sechste Mann auf dem Feld.“
Mag sein, doch man muss bei der Realität bleiben. Wichtig war der Sieg vor allem für die Köpfe der Spieler. „Wir können noch gewinnen, es geht doch, wenn wir Teamspiel zeigen und keiner sich hängen lässt“ - das muss die Botschaft dieses Spiels sein. Und: Dieser Sieg kann höchstens ein Anfang sein im Kampf um den Klassenerhalt. An ihn gilt es jetzt anzuknüpfen. Meeks: „Die Jungs haben alles gegeben. Jetzt sind sie auf den Geschmack gekommen.“ Auf den Geschmack eben des Siegs.
Bis dahin war es natürlich ein langer, harter Weg. 12:6 führte die BG wieder einmal schnell, hielt den Vorsprung im Gegensatz zu früheren Spielen über das erste Viertel (22:18). Dann wieder der Knick: Ab dem 22:22 lagen nur die Schwaben vorn bis kurz vor der Pause. Max Weber hämmerte den Ball aber zur 40:38-Halbzeitführung in den Tigers-Korb. Das machte Hoffnung für die zweite Hälfte.
Jetzt ging’s hin und her - nichts für schwache Nerven! Neuzugang Matt Bauscher, der eine Klasse-Heimpremiere feierte, hielt die BG per Dreier zum 56:58 nach 30 Minuten im Spiel. Fünf Minuten vor Schluss die BG 63:66 hinten. Wieder ein Ende mit Schrecken? Nein! Bailey und Paris Horne nagelten Tübingen zwei Dreier zum 69:66 rein - die Halle tobte. Der Rest waren Nerven wie Drahtseile von der Freiwurflinie, mit dem glücklichen Ende für die BG - so ein schöner Tag! (gsd)
Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze



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