2. Basketball-Bundesliga Frauen: Deftige 53:96-Niederlage gegen Spitzenreiter Hannover

Veilchen Ladies gedemütigt

Kein Durchkommen: Göttingens „Kitti“ Müller (4) bleibt an Hannovers Melissa Jeltema (li.) und Alexa Höltermann hängen. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. „Unschöner Schluss eines Scheißtages“. Man könnte meinen, dass Hermann Paar diesen emotionalen Ausspruch auf die deprimierende 53:96 (23:56)-Niederlage seiner Veilchen Ladies im Spiel der zweiten Basketball-Bundesliga gegen den weiterhin souveränen und ungeschlagenen Spitzenreiter TK Hannover bezog. Doch weit gefehlt! Der Göttinger Coach bezog sich auf den Faustschlag der Hannoveranerin Melissa Jeltema gegen die Göttingerin Katharina Müller mit der Schlusssirene. Daraufhin schickte Paar sein Team ohne Verabschiedung vom Gegner in die Kabine – durchaus nachvollziehbar.

Keinen Zweifel ließ der BG 74-Coach gleichwohl am völlig verdienten Sieg der Gäste, die mindestens einen Klassenunterschied gegenüber den Gastgeberinnen deutlich gemacht hatten. So wird niemand in dieser zweiten Liga den Turnklubb auf dem Weg zur Meisterschaft aufhalten können.

Hannover legte bereits im ersten Viertel mit einem 29:8 den Grundstein für den späteren Sieg, weil für die Veilchen Ladies der gegnerische Korb vernagelt schien. Gerade mal 19 Prozent Trefferquote wiesen die BGerinnen in der ersten Halbzeit auf gegenüber 55 Prozent des TK. Dennoch wurden die Gastgeberinnen immer wieder von den 300 Zuschauern aufgemuntert, doch dagegenzuhalten. Hannover agierte im Stile eines kommenden Erstliga-Teams, hatte mit der erstligaerfahrenen US-Amerikanerin Jeltema und Stephanie Grigoleit die überragenden Spielerinnen in seinen Reihen, die zusammen 53 Punkte schafften, so viel wie die BG 74 insgesamt.

BG 74 ohne Selbstvertrauen

„Wir haben ohne Selbstvertrauen und ängstlich gespielt, obwohl wir unter der Woche sehr gut trainiert hatten“, meinte ein ziemlich konsternierter BG 74-Trainer. „Wir waren keine 40 Punkte schlechter, aber ein 53:96 hätte es nicht sein müssen“, so Paar weiter, der mit seinem Team allerdings noch nicht so weit ist, wie er sich das wünscht.

Dass bereits zu Beginn kein Ball in den gegnerischen Korb fallen wollte, führte bei der BG 74 zu völliger Verunsicherung und dazu, dass „wir unseren Gameplan nicht durchziehen konnten“, meinte Paar. Einzig Jennifer Crowder und auch Monique Smalls versuchten, gegen diesen übermächtigen Gegner dagegenzuhalten. Doch egal, was Paar auch während des Spiels veränderte, es griff nicht, zu dominant agierten die Hannoveranerinnen.

Dennoch sieht Paar weiterhin gute Chancen auf das Erreichen der Playoffs. „Der TK ist nicht unser Maßstab. Opladen, Neuss, Wolfenbüttel und Braunschweig, unsere kommenden Gegner, sind die Teams, an denen wir uns orientieren müssen“, weiß Paar um die Wichtigkeit der vier kommenden Partien.

Viertel-Ergebnisse: 8:29, 15:27 – 18:18, 12:22.

BG 74: Crowder 12/1, Müller 6, Pilz 2, Hirmke 3/1 Dreier, Dobroniak, König 1, Flasarova 2, Smalls 17, Lücken 7/1, Anderson 3, Zimmermann.

Beste TKH: Jeltema 32/1, Grigoleit 21, Schreck 11/1. (gsd)

Von Walter Gleitze

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