BG verschafft sich in Bamberg Respekt fürs Duell mit Bonn

Mit 18 Punkten Topscorer der BG in Bamberg: Jesse Sanders zeigte in der „Frankenhölle“ einmal mehr eine herausragende Leistung – und applaudiert sich selbst. Foto: Jelinek/gsd

Bamberg. Nach 14 Minuten platzte ihm mal wieder der Kragen: Andrea Trinchieri war unzufrieden mit der Abwehrleistung seiner Mannschaft und erbost über eine Entscheidung der Unparteiischen.

Der Trainer von Basketball-Meister Brose Bamberg echauffierte sich und meckerte auch noch gegen den Technischen Kommissar Uli Sledz derart, dass ihm Hauptschiedsrichter Dr. Martin Matip zwei Technische Fouls anhängte, was im Basketball bedeutet: Hallenverweis, sozusagen die Rote Karte für den extrovertierten italienischen Coach!

Viel besser wurde das Spiel seiner Mannschaft danach kaum, dennoch reichte es für den Meister zu einem ungefährdeten 93:82-Sieg gegen die BG Göttingen. Für die Veilchen war es mit nur elf Zählern Unterschied die knappste Niederlage in der „Frankenhölle“, für die Bamberger war es der bisher knappste Sieg in den bisherigen Spielen dieser neuen Saison. Ludwigsburg hatte die Differenz zuvor bei minus 26 gehalten.

Die Veilchen verschafften sich mit diesem ähnlich couragierten Auftritt wie schon bei Topteam Oldenburg weiteres Selbstvertrauen für das wichtige Heimspiel am Samstag (18 Uhr) gegen Bonn. „Wir können stolz sein, wie wir gekämpft haben“, meinte Adam Waleskowski im „telekombasketball-TV“.

Auch BG-Coach Roijakkers war zufrieden: „Ich bin von meiner Mannschaft beeindruckt. Das war guter Basketball, und wir haben toll als Team harmoniert. In der zweiten Halbzeit haben wir es sogar geschafft, unsere Ballverluste einzudämmen. Wenn man es schafft, einen Euroleague-Trainer wie Andrea Trinchieri zweimal in drei Jahren so zu frustrieren, dann muss ich unglaublich stolz auf mein Team sein. Meine Spieler haben großen Spaß, das sieht man. Wenn wir diese Einstellung behalten können, dann haben wir ein gutes Jahr vor uns.“

Frech wie Oskar bot die BG dem Euroleague-Teilnehmer couragiert Paroli. Wer hätte das gedacht, nachdem es in Bamberg in den vergangenen Jahre immer kräftig Haue gegeben hatte.

Dreimal glichen die Göttinger in der ersten Halbzeit aus, ließen sich auch nicht von den großen Namen der Franken beeindrucken. Roijakkers begrenzte die Einsatzzeiten auf unter 30 Minuten, um die Kräfte für Bonn zu schonen. So kam selbst Nachwuchsmann Joanic Grüttner Bacoul auf 7:58 Erstliga-Minuten Spielzeit. Als Bamberg auf 24 Zähler enteilt war, knickten die Veilchen nicht etwa ein, sondern verkürzten nochmal auf zehn Punkte (71:81) angesichts Bamberger „Zurückhaltung“ wegen des Euro-Starts am Freitag in Istanbul.

So viel Lob und Respekt sich die BG nun in den Partien gegen Ludwigsburg, München, Oldenburg und Bamberg verschafft hat – jetzt gilt es gegen Teams auf Augenhöhe, die vorhandenen Fähigkeiten auch in zählbares Kapital umzumünzen. (haz/gsd)

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