Göttingen. „Wir müssen versuchen, den Basketball-Standort Göttingen in der Bundesliga zu erhalten.“
Sportdirektor Jan Schiecke
„An einem Abstieg hat keiner Spaß. Aber es wird sehr schwierig. Die Situation hat sich weiter verschärft.“
Geschäftsführer Marc Franz
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Die Aussagen der Führungsspitze bei Basketball-Bundesligist BG Göttingen sind eindeutig. Nach wie vor versucht das Tabellenschlusslicht der 1. Liga, das scheinbar immer unmöglicher Werdende doch noch möglich zu machen: Die Rettung vor dem drohenden Abstieg in die 2. Liga Pro A. Bei inzwischen acht Punkten(!) Rückstand auf die Plätze 17 (Trier) und 16 (Ludwigsburg, beide 12:28 Zähler) erscheint dieses Ziel so realistisch wie ein Dreier vom eigenen Korb über das gesamte Feld in den anderen. Fast ein Ding der Unmöglichkeit!
In dieser katastrophalen sportlichen Situation wurde bei der BG auch schon über die wohl allerletzte Option diskutiert: Eine „Wild Card“ für die kommende Bundesliga-Saison. Die BG-Bosse wissen: Zu wichtig ist einfach das „Gut Bundesliga“, um nicht auch wirklich alle Möglichkeiten auszuschöpfen - gerade auch für diese sensationellen Fans, die jüngst 24 000 Euro zusammenspendeten, um Darrell Tucker als letzten Neuzugang zu verpflichten.
Bereits in der Vergangenheit sind diverse Erstligisten nur erstklassig geblieben, weil sie eine Wild Card zogen. Zum Beispiel die Eisbären Bremerhaven oder auch die jetzigen LTi Gießen 46ers. Das hatte damit zu tun, dass Zweitligisten, die sich eigentlich sportlich für den Aufstieg in die 1. Liga qualifiziert hatten, diese Option meist aus wirtschaftlichen Gründen nicht wahrgenommen haben - wie zum Beispiel zweimal die Cuxhaven Baskets.
Natürlich kann man diese Option nicht so mir nichts dir nichts ziehen: Sie kostet Geld – und zwar 150 000 Euro, erklärt Marc Franz.
„Natürlich sind wir dabei, alle Möglichkeiten durchzuspielen“, erläutert der „starting five GmbH“-Geschäftsführer. „Aber die Wild Card zu ziehen, macht nur Sinn, wenn wir auch ein Mehr fürs Teambudget bereitstellen können.“ Will wohl heißen: Die gleiche Summe müsse auf den Spieleretat draufgeschlagen werden – wenn man nicht gleich wieder wie derzeit „hinter der Musik“ herlaufen wolle.
Wie die HNA berichtete, plant die BG bereits zweigleisig: Am 15. März muss der Lizenzantrag für die 1. Liga bei der BBL in Köln vorliegen. Am 31. März muss er für die 2. Liga Pro A eingereicht sein. Erstmals spielt die 2. Liga eine Playoff-Runde um zwei Aufstiegsplätze mit den ersten acht Teams. BBL-Absteiger MBC ist der Favorit, erfüllt auch die Erstliga-Anforderungen. Aber auch die folgenden Klubs? Vielleicht die Chance der BG!
BBL-Sprecher Dirk Kaiser: mahnt zur Besonnenheit: „Über eine Wild Card nachzudenken, ist zu früh. Rechnerisch kann es die BG doch noch schaffen.“ Man müsse erst das BBL-Lizenzverfahren mit den Entscheidungen des Gutachter- und Lizenzliga-Ausschusses sowie die sportlichen Entscheidungen in der 2. Liga abwarten. (haz/gsd)



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