Basketball-Bundesliga: Bei der BG „flenst“ es

„Zehn Punkte sind der Wahnsinn“

Johan Roijakkers

Göttingen. So etwas sieht man auch nur äußerst selten: Johan Roijakkers eilte mit einer geöffneten Flasche einer Biermarke aus dem allerhöchsten Norden Deutschlands in die Kabine, nahm erstmal einen tiefen Schluck, um nach dem 82:78-Krimisieg gegen Frankfurt wieder etwas runterzukommen. Die Kaltschale mit dem Schnappverschluss hatte sich der Trainer der BG Göttingen verdient – und die Spieler auch. Zweimal in Folge (nach dem 77:75 in Braunschweig) haben die Veilchen jetzt Zittersiege eingefahren und dürfen jetzt sogar mit 10:10-Zählern als Neunter an den Playoff-Plätzen schnuppern. Weil es zurzeit „flenst“!

„Dass wir das zweimal hintereinander enge Spiele gewonnen haben, ist gut für den Charakter und das Selbstbewusstsein“, meinte Malte Schwarz hinterher. „10:10-Punkte sind der Wahnsinn.“ Im Blickpunkt stand Alex Ruoff: „Das war ein unglaublicher Kampf“, meinte der BG-Anführer mit Eisbeuteln an beiden Knien. „Wir haben in der Verlängerung die Köpfe oben behalten und uns auf die Defensive fokussiert. Das vierte Viertel (11:22, d. Red.) war nicht gut, aber wir haben Größe gezeigt.“

Kompliment aus Frankfurt

„In der Verlängerung haben wir unsere Angriffe gut ausgeführt“, sagte der niederländische Spielmacher Leon Williams. Dass es zuvor mehrere Passagen voller Fehler gab, erklärte er so: „Wir trainieren jetzt erst seit Wochen mit allen Spielern zusammen. Das dauert eben.“ Bis es klappt, meinte er. Einen absolut gebrauchten Sonntag hatte indes Benas Veikalas erwischt: Kein Zweier, null von sechs Dreiern. „Andere haben das Spiel für mich aufgenommen“, entschuldigte der Litauer. Ein dickes Kompliment gab es von Frankfurts Interimscoach Klaus Perwas. „Die BG gefällt mir, die können Basketball spielen. Eine tolle Atmosphäre hier in Göttingen.“

Aussichtsreiche Perspektive

Obwohl die Veilchen gegen Frankfurt noch mal mit einem blauen Auge davon kamen, scheint die Perspektive fast rosa-rot. Fünf Siege nach zehn Spielen können sich sehen lassen. In der vergangenen Serie reichten den Göttingern schließlich (nur) neun hart erkämpfte Erfolge, um die Klasse zu halten. Somit haben die BGer zurzeit schon mehr als die Hälfte an Siegen eingefahren – wobei es aber auch schon Spielzeiten gab, in denen zwölf Erfolge zur Rettung nötig waren.

Fakt ist: Die Veilchen sind momentan auf einem guten Weg. Sie finden sich mehr und mehr zusammen, spielen mit diesem Team längst nicht am Limit. Und haben nach dem kommenden spielfreien Wochenende dann den Zehnten Gießen und Vorletzten Vechta zu Gast. Da sind weitere „Sieges-Humbas“ mit den Fans und TV-Interviews mit Anführer Ruoff nicht ausgeschlossen. (haz/gsd) Foto: nh

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