Blitzstart für den dritten Sieg: Deutschland siegt 2:0

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Früher Jubel: Sami Khedira (rechts) hat das 2:0 erzielt. Von links feiern mit ihm Julian Draxler, Mario Götze (verdeckt), Jerome Boateng, Thomas Müller, Joshua Kimmich und Mats Hummels.

Hannover. Dritter Sieg im dritten WM-Qualifikationsspiel: Beim 2:0 gegen Nordirland ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erneut souverän. Der Schnellcheck.

Es war das Wiedersehen nach der Europameisterschaft. In Frankreich gewann die deutsche Fußball-Nationalmannschaft knapp 1:0 gegen Nordirland, war aber drückend überlegen. Nun also WM-Qualifikation. Deutschland war meist drückend überlegen. Und gewann 2:0. Der dritte Sieg im dritten Qualifikationsspiel - bei null Gegentoren. Der Schnellcheck:

Eine Frage vorweg: Waren die Nordiren in der ersten Viertelstunde auch mal am Ball? 

Ja, doch, waren sie. Aber wirklich viel Ballbesitz hatten sie nicht. Es dauerte mehr als zwei Minuten, bis sie erstmals so etwas wie einen Spielzug zeigten. Wer jetzt Mitleid hat: Später wurde das phasenweise etwas besser.

Wie also war die Partie in Hannover? 

Sie ahnen es: ziemlich einseitig. Und so paradox das klingen mag: Womöglich waren die Nordiren gut beraten, sich schnell mal zwei Tore einzufangen. Nach dem 2:0 durch Sami Khediras Kopfball in der 17. Minute ließ es die deutsche Elf nämlich ruhiger angehen - als ob die Spieler gedanklich schon beim nächsten Spieltag waren. Die Gäste kamen sogar das eine oder andere Mal in den gegnerischen Strafraum und mitunter zu Minichancen.

Was die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw aber zu Beginn bot, war allerhöchste Fußballkunst. Sie übte solch eine Dominanz aus, dass die Nordiren nur darüber froh sein konnten, die besten Plätze für dieses Schauspiel zu haben. Julian Draxler erzielte mit einem Schuss aus 17 Metern das 1:0, das in der 13. Minute schon überfällig war.

Auch nach der Pause beherrschte die deutsche Elf den Gegner. Für Belebung sorgte der eingewechselte Ilkay Gündogan. Allerdings drohte die Überlegenheit nun in Langeweile zu münden, weil den Aktionen die letzte Konsequenz fehlte. Zu seinem 14. Länderspiel kam in der Schlussphase der aus Bebra stammende Shkodran Mustafi.

Wer war der Mann des Abends? 

Joachim Löw. Ist jetzt gemeinsam mit Sepp Herberger Rekordhalter. Kein anderer Bundestrainer erreichte mehr Siege. Unter Löw gelang der 94. Erfolg. Das ist beeindruckend, zumal dieses Team auch gegen Nordirland gezeigt hat, dass es auf den Trainer hört: viel Tiki-Taka mit mittlerweile mehr Drang zum Tor - zumindest in Phasen, in denen es drauf ankommt. Außerdem ist Löw immer noch gut für eine Überraschung: Er deutete an, dass Ilkay Gündogan wohl von Beginn an spielen würde. Am Ende gab es aber keine Veränderung in der Startelf im Vergleich zum 3:0 gegen Tschechien am Samstag.

Wie war die Stimmung in Hannover? 

Auch wenn die Arena nicht ganz ausverkauft war: Gegen die Atmosphäre lässt sich nichts sagen, was natürlich auch an den 2000 Nordiren lag, die aus einem Auswärtsspiel ja immer mehr machen als eine reine Beobachtungstour. Aber auch die deutschen Fans machten sich bemerkbar. Am Ender gab es minutenland den EM-Hit: „Will Grigg’s on Fire.“

Welche Leistung zeigte der Schiedsrichter? 

Paolo Tagliavento hätte nach einem Foul an Joshua Kimmich in der 57. Minute einen Elfmeter für Deutschland geben müssen. War sonst aber sehr unauffällig und gut. Einmal ermahnte er Jerome Boateng. Gerüchten zufolge soll dem Friseur aus Italien die Frisur Boatengs missfallen haben. In Wahrheit aber meckerte Boateng ein bisschen zu viel.

Wie war die Übertragung des Spiels im TV? 

Bei RTL war wie immer Marco Hagemann der Reporter. Da gibt es meist nichts auszusetzen - auch wenn Hagemann zwischendurch die Orientierung verlor. In der 39. Minute sagt er: „Also das da vorn, beziehungsweise das da hinten, gefällt mir nicht so richtig.“ Kurz vorher stellte er fest. „Unermüdliches Anrennen, und es steht 2:0. Man muss ja nicht, aber die deutsche Mannschaft hat einfach Lust drauf.“ Deshalb gilt auch irgendwie: Solange das da vorn gefällt, darf das da hinten ruhig nicht so gefallen.

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