Borussia-Sportchef Eberl mahnt nach Fehlstart Ruhe an

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Gladbach-Manager Max Eberl mahnt zur Ruhe. Foto: Andreas Gebert

Hektisch will bei Borussia Mönchengladbach trotz des 18. Tabellenplatzes keiner werden. Stattdessen plädiert Sportdirektor Max Eberl für Gelassenheit.

Mönchengladbach (dpa) - Sportchef Max Eberl redete sich nach dem 1:2 gegen den FSV Mainz 05 ein wenig in Rage. Nein, Borussia Mönchengladbach werde sich jetzt nicht für die Champions League abmelden. Und man werde jetzt auch nicht aufhören, Fußball zu spielen.

Und ja: "Wenn man einen Start nach zwei Spielen beendet - dann haben wir einen Fehlstart." Schon lange nicht mehr hatte Eberl so viel Erklärungs- und Redebedarf. Dazu lief es am Niederrhein zu perfekt, speziell mit Rang drei der Vorsaison und dem damit verbundenen erstmaligen Start in der Königsklassen-Gruppenphase.

Wie schnelllebig das Fußball-Business ist, erfahren Eberl, Trainer Lucien Favre und die "Fohlen" im Moment zur Genüge. 0:4 in Dortmund, 1:2 gegen Mainz - die Borussia - am Donnerstagabend in Monaco erstmals in den Lostöpfen für die Gruppenphase der Champions League - findet sich nach zwei Spieltagen am Tabellenende wieder.

"Wir haben uns nicht vorgestellt, mit null Punkten zu starten", räumte Eberl ein. Und dass die Favre-Mannschaft noch nicht wieder das Selbstbewusstsein der Spielzeit 2014/15 habe. Momentan sei alles etwas mühsamer, ließ der Borussia-Sportdirektor wissen.

"Mit zwei Niederlagen in die Saison zu starten, ist extrem bitter", meinte Ersatzkapitän Tony Jantschke nach den Toren von Jairo (42. Minute) und Christian Clemens (79.) für den FSV sowie von Patrick Herrmann zum zwischenzeitlichen 1:1 (54.) vor 50 172 Zuschauern.

Ruhe bewahren, "nicht hektisch werden" (Eberl), sich darauf besinnen, was die Mannschaft kann - das wollen Favre und Co. nun tun. Auch der Schweizer hatte sich in seinem 150. Bundesligaspiel mit der Borussia Besseres gewünscht. Nun will - oder muss? - der 57-Jährige "positiv denken, auch wenn es momentan nicht so einfach ist".

Die Borussia-Verantwortlichen erklärten es fast schon für logisch, dass es noch nicht wieder so läuft wie in der wunderbaren vergangenen Spielzeit, als nur die Bayern und Wolfsburg besser waren als der fünfmalige deutsche Meister. Das Team wurde personell kräftig durchgemischt, "man sieht, dass es nicht mehr die gleiche Mannschaft ist", bemerkte Favre zu den zahlreichen Zu- und Abgängen.

Im Borussia-Park war schon vorher allen klar, dass ein Max Kruse (VfL Wolfsburg) oder ein Weltmeister wie Christoph Kramer (Bayer Leverkusen) sportliche Lücken hinterlassen würden. Die negativen Konsequenzen sind aber erst jetzt spürbar, weil die Automatismen noch nicht wieder da sind.

Für Eberl "passt das eine oder andere nicht, und das merkt man". Zudem wackelt ohne Abwehrchef Martin Stranzl (Trainingsrückstand) und den verletzten Alvaro Dominguez die Defensive bedenklich. Insgesamt, klagte Eberl über Verletzte, Fehlende oder Abgänge. Das Absacken auf Rang 18 habe seine Ursachen in "einer Summe von vielen Gründen". Nur nicht im Denken an Europas Königsklasse, betonte Favre: "Die Champions League hatten meine Spieler absolut nicht im Kopf."

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