Cancellara vor dem Adieu - "Hatte großartige Karriere"

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Fabian Cancellara beendet seine Karriere zum Jahresende. Foto: Peter Klaunzer

Fabian Cancellara verlässt am Ende der Saison die Radsport-Bühne. Nicht ohne Tony Martin und Co. vorher noch einmal standesgemäß zu zeigen, wer der beste Zeitfahrer seiner Generation ist. Acht Jahre nach Gold in Peking steht er wieder ganz oben.

de Janeiro (dpa) - Jetzt ist für Fabian Cancellara die Zeit des Genießens gekommen. Der große Schweizer, der in seiner Heimat einen Heldenstatus wie sonst nur Roger Federer innehat, erfüllte noch einmal seine Landsleute mit Stolz.

Und sich selbst, wie er in Rio de Janeiro nach seinem letzten großen Rennen betonte. "Das war ein perfekter Tag, um Geschichte zu schreiben und auf alles zurückzublicken, was man gemacht hat", sagte Cancellara. "Die Geschichte als Sportler so zu beenden, ist fantastisch."

Nach 16 Jahren Spitzenradsport ist für ihn am Saisonende Schluss, daran hegte der sympathische Eidgenosse nach seinem Coup am Mittwoch keinerlei Zweifel. "Nein", er überdenke seine Entscheidung nicht, ließ er gleich zu Beginn auf der Sieger-Pressekonferenz wissen. Denn mehr als Gold im letzten Jahr seiner Karriere bei einem olympischen Einzelzeitfahren könne er nicht erreichen: "Was will ich mehr?", fragte Cancellara und betonte: "Ich hatte eine großartige Karriere."

Das hatte der 35-Jährige in der Tat. Etappensiege und Gelbe Trikots bei der Tour de France, vier WM-Titel im Einzelzeitfahren, diverse Erfolge bei den Frühjahrsklassikern, darunter alleine dreimal bei Paris-Roubaix. Und nicht zu vergessen Zeitfahr-Gold 2008 in Peking, das er nun in Rio wiederholte und sogar toppte, wie er anmerkte: "Das Gold von Rio steht über jenem von Peking. Ich wusste, dass hier das letzte große Rennen meiner Karriere stattfand." Daher habe er etliche emotionelle Barrieren zu überwinden gehabt.

"Ich bin einfach dankbar", bilanzierte der Berner, dessen Sonderstatus in der Schweiz man auch daran erkennt, dass ihm sogar Bundespräsident Johann Schneider-Ammann direkt nach Rennende via Twitter gratulierte: "Was für eine tolle Leistung!" Und Sportminister Guy Parmelin würdigte im Zielbereich Cancellara als "großen Champion" und "große Persönlichkeit".

Die ersten Reaktionen lassen erahnen, dass der Rummel um den langjährigen Rivalen von Tony Martin in seiner Heimat in den kommenden Tagen gewaltig werden dürfte. Vorsorglich kündigte Cancellara an, er werde bis Ende August mit anderen Dingen als Radsport beschäftigt sein. "Für mich ist es wichtig, diese Goldmedaille zu genießen. Heute, morgen und zuhause bei der Familie." Und was kommt, wenn er am Ende der Saison ganz vom Sattel steigt? "Das weiß ich nicht definitiv. Ich will einfach Spaß haben."

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