Über Wohlfühloasen für Pferde, ein Frühstück mit Kongolesen und eine Pleite für die Fischis

Die Olympia-Top-Ten des Tages: Chillout und Workout in Öl

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Hingucker bei der Eröffnungsfeier: Pita Nikolas Taufatofua führt das Team aus Tonga an. Die meisten Frauen fanden das toll.

Olympische Spiele, das ist mehr als Siege und Medaillen. Tag für Tag gibt es Herzergreifendes, Bewegendes, Kurioses. Unsere Top 10.

1.Chillout mit Carsten Sostmeier: Was wäre Olympia nur ohne Carsten Sostmeier? Der Pferdesportexperte der ARD hatte schon während der vergangenen Sommerspiele einen festen Platz in unseren Top 10. Diesmal wird das nicht anders sein. Sostmeiers Start beim Vielseitigkeitsreiten – ein Gedicht, ein einziger verbaler Geländeritt, wie Sostmeier es wohl selbst formulieren würde. Als Michael Jung mit seinem Pferd Sam im Dressurviereck antrat, sprach Sostmeier von der Chillout-Area der Hippologie. Da ist unser Lachen fast nach Rio galoppiert.

2.Bayerisch mit Barbara Engleder: Um ein Haar, und Barbara Engleder aus Niederbayern hätte die erste Medaille für das deutsche Team gewonnen. Im Luftgewehr-Wettbewerb landete die 33 Jahre alte Sportschützin auf Platz vier – ganz knapp hinter Olympiasiegerin Virginia Thrasher (USA) sowie den Chinesinnen Du Li und Yi Sing. Ihr Kommentar im tiefsten Bayerisch: „Ist die Runde noch so klein, eine muss das Arschloch sein.“ Carsten Sostmeier hätte es vielleicht etwas anders formuliert.

3.Sprichwörter mit Franziska van Almsick: Die ehemalige Weltklasse-Schwimmerin ist auch wieder am Start – als Expertin für die ARD. Als wieder mal ein deutscher Athlet nicht seine Erwartungen erfüllte, sagte die 38-Jährige, er solle den Sand nicht in den Kopf stecken. Wir meinen: Es ist noch kein Himmel vom Meister gefallen.

4.Frühstück mit Andrea Petkovic: Erst kam das frühe Aus, dann aber fand auch Petkovic ihre persönliche Chillout-Area – am Frühstückstisch in der Mensa des olympischen Dorfes. Die Tennisspielerin aus Darmstadt scheiterte in der ersten Runde an Jelina Switolina aus der Ukraine. Am Morgen danach frühstückte sie allein, dann setzten sich sechs Sportler aus dem Kongo an ihren Tisch. „Die hatten wohl Mitleid, das war total nett“, erzählte Petkovic. Jetzt glaubt sie: „Die hier gesammelten Erfahrungen können bei mir vielleicht nochmal etwas verändern.“

5.Lernen mit Yusra Mardini: Die in Berlin lebende syrische Schwimmerin ist Mitglied des Flüchtlingsteams und gefragte Interviewpartnerin. Eloquent erzählt sie, dass Schwimmen ihr vielleicht das Leben gerettet hat. Zusammen mit ihrer Schwester brachte Mardini ein vom Kentern bedrohtes Flüchtlingsboot an Land. Und über ihr zehnköpfiges Team sagt sie: „Ich möchte ihnen sagen, dass Flüchtling kein Schimpfwort ist. Wir sind Menschen, wir können viele gute Dinge tun, um zu zeigen, wer wir sind.“ Über Mardini lernen wir so: Sie ist eine starke junge Frau.

6.Punkten mit Kevin Durant: LeBron James ist nicht da, Stephen Curry ist nicht da. Chris Paul ist nicht da. Kevin Durant aber ist nach Rio gekommen und führt die US-Basketballer an, die nach den vielen Absagen diesmal nur bedingt ein Dreamteam sind. Zum Auftakt gab es trotzdem ein deutliches 119:62 gegen China. Durant glänzte, dominierte und punktete – 25-mal insgesamt. Der 2,06-Riese gibt sich trotzdem ganz cool, bezeichnet sein Team als „Bruderschaft der Goldmedaillen“. Nebenbei soll Durant angeblich morgen in der Chillout-Area der Mensa mit Andrea Petkovic zum Frühstück verabredet sein.

7.Gewinnen mit Australien: Hier noch zwei Ergebnisse vom Frauen-Rugby – ja, auch das ist olympisch: Australien gegen Kolumbien 53:0 und Australien gegen Fidschi 36:0. Man könnte meinen, bei Australien handelte sich um ein wahres Dreamteam.

8.Glänzen mit Pita Nikolas Taufatofua. Er war der Star der Eröffnungsfeier, zumindest wenn es nach den Reaktionen geht. Die Internetgemeinde rastete aus, als der Fahnenträger aus Tonga im Großformat zu sehen war: mit freiem Oberkörper, Sixpack und gut eingeölt. Die (überwiegend weiblichen) Reaktionen gingen bis zu: „Ich wusste nicht, wo Tonga liegt, aber jetzt will ich sofort da hin.“ Unser Tipp an die Männerwelt: Workout statt Chillout. Und Olivenöl kaufen.

9.Dabeisein mit Poppenbüttel: Und was hatte jetzt Poppenbüttel mit der Eröffnungsfeier zu tun? Einiges: Denn Nigerias Fahnenträgerin Funke Oshonaike (40) spielt beim Hamburger Regionalligisten SC Poppenbüttel Tischtennis. Dort sind sie jetzt mächtig stolz. Und wir kennen neben Pita Nikolas Taufatofua einen weiteren Fahnenträger. Die anderen 205 reichen wir nach. Morgen. Vielleicht.

10.Übersetzen mit Fantasie: Wenn Sie sich jetzt fragen, was eigentlich eine Chillout-Area der Hippologie ist, dann fragen Sie bitte Carsten Sostmeier, den Chief Creative Officer der Bildschirmologie. Oder Sie vertrauen uns, wenn wir all unsere Fantasie aufwenden und sagen: Chillout-Area der Hippologie ist eine Wohlfühloase für Pferde.

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