Neuer verpasst Krönung zum Weltfußballer - Ronaldo vorn

Cristiano Ronaldo darf sich erneut bester Fußballer der Welt nennen. Foto: Patrick Seeger
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Cristiano Ronaldo darf sich erneut bester Fußballer der Welt nennen. Foto: Patrick Seeger
Cristiano Ronaldo teilte seine Freude mit seinem Sohn Cristiano Junior. Foto: Ennio Leanza
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Cristiano Ronaldo teilte seine Freude mit seinem Sohn Cristiano Junior. Foto: Ennio Leanza
Nationaltorwart Manuel Neuer wurde in der Abstimmung für den Ballon d&#39Or nur Dritter. Foto: Patrick Seeger
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Nationaltorwart Manuel Neuer wurde in der Abstimmung für den Ballon d'Or nur Dritter. Foto: Patrick Seeger
Joachim Löw bekam den Preis von Ottmar Hitzfeld überreicht. Foto: Ennio Leanza
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Joachim Löw bekam den Preis von Ottmar Hitzfeld überreicht. Foto: Ennio Leanza
Neuer (l) gratulierte dem Bundestrainer nach dessen Wahl. Foto: Patrick Seeger
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Neuer (l) gratulierte dem Bundestrainer nach dessen Wahl. Foto: Patrick Seeger
Nadine Kessler gewann den Ballon d&#39Or für die Weltfußballerin. Foto: Patrick Seeger
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Nadine Kessler gewann den Ballon d'Or für die Weltfußballerin. Foto: Patrick Seeger
FIFA-Chef Blatter erinnerte im Laufe der Gala auch an die Opfer der Anschläge in Paris. Foto: Ennio Leanza
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FIFA-Chef Blatter erinnerte im Laufe der Gala auch an die Opfer der Anschläge in Paris. Foto: Ennio Leanza
Wolfsburg-Trainer Ralf Kellermann war nach der Ehrung ergriffen. Foto: Walter Bieri
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Wolfsburg-Trainer Ralf Kellermann war nach der Ehrung ergriffen. Foto: Walter Bieri
Unter anderem wurden Manuel Neuer (l), Philipp Lahm (M.) und Toni Kroos (3.v.r.) in die Weltelf gewählt. Foto: Ennio Leanza
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Unter anderem wurden Manuel Neuer (l), Philipp Lahm (M.) und Toni Kroos (3.v.r.) in die Weltelf gewählt. Foto: Ennio Leanza

Zürich (dpa) - Manuel Neuer nickte kurz, dann applaudierte er fair dem alten und neuen Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Der 28 Jahre alte Weltmeister bewies bei der FIFA-Gala Sportsgeist, nachdem er die historische Krönung eines außergewöhnlichen Jahres verpasst hatte.

Aber auch ohne das absolute Highlight erlebte Zürich einen deutschen Abend. Joachim Löw gelang mit der Wahl zum Welttrainer die erfolgreiche Abrundung des Traumjahres 2014. "Die Auszeichnung ist für mich natürlich eine große Ehre. Sie ist so etwas wie das Sahnehäubchen auf den WM-Pokal", sagte der 54-Jährige in seiner Dankesrede. Auch Nadine Keßler von VfL Wolfsburg als Weltfußballerin und ihr Coach Ralf Kellermann als Welttrainer 2014 durften jubeln.

"Für mich ist das ein toller Erfolg. Ich war ganz entspannt. Ich hatte auch keine Rede vorbereitet. Cristiano Ronaldo und Lionel Messi sind Weltmarken, ich habe ein fantastisches Jahr 2014 erlebt", erklärte Neuer, der knapp hinter Vize-Weltmeister Lionel Messi aus Argentinien bei der Abstimmung sogar nur Dritter wurde. Der 1991 siegreiche Lothar Matthäus bleibt damit weiterhin Deutschlands einziger Weltfußballer. Am Dienstagmorgen um 09.00 Uhr kehrt der Keeper, der schon vor der Proklamation faire Worte für den Sieger aus Portugal gefunden hatte, nach seinem Kurztrip in die Schweiz zurück ins Bayern-Trainingslager nach Doha.

Zum insgesamt dritten Mal nach 2008 und 2013 durfte Portugals Tormaschine Ronaldo auf der Bühne strahlend den Goldenen Ball in Händen halten. "Ich danke meinem Sohn, meiner Frau, meiner Familie. Ich habe nicht gedacht, dass ich diesen kleinen Ball noch einmal gewinnen würde", sagte "CR7" fast ergriffen. Mit der Rekordzahl von 17 Toren hatte der 29-Jährige Real Madrid in der vergangenen Saison zum Gewinn der Champions League geschossen.

Das überstrahlte bei den abstimmenden Nationaltrainern, Kapitänen und ausgewählten Journalisten rund um den Erdball den Titelgewinn Neuers bei der WM sowie dessen Paraden und spektakuläre Ausflüge als Libero, die während des Turniers in Brasilien weltweit bestaunt worden waren. "Die Besten haben dort gewonnen, die Deutschen waren die Stärksten", sagte selbst Ronaldo.

Zu dem deutschen Abend in Zürich gehörte auch, dass in Neuer, Philipp Lahm und Toni Kroos drei Weltmeister Aufnahme in die FIFA-Weltauswahl fanden, dazu kommt aus der Bundesliga Bayern-Angreifer Arjen Robben.

Gespannt war Neuer am Morgen im Privatjet aus dem 4500 Kilometer entfernten Doha in die Schweiz geflogen. Die stillen Hoffnungen auf die Weltpremiere als Torwart beim Ballon d'Or erfüllten sich für den gebürtigen Gelsenkirchener, der im eleganten schwarzen Anzug auf die Bühne trat, aber nicht. Die Marke Ronaldo zog bei der Wahl der Nationaltrainer, Kapitäne und ausgewählter Journalisten aus aller Welt mehr als Neuers Leistungen und der Gewinn des wertvollsten Fußball-Titels bei der WM. "Torhüter haben einen schweren Stand. Die Leute wollen Tore sehen und nicht die Menschen, die Tore verhindern", sagt Franz Beckenbauer dem TV-Sender Sky.

Im Halbfinale hatte auch Deutschlands Nummer 1 Cristiano Ronaldo und seine Real-Kollegen bei Bayerns K.o. nicht stoppen können. In Brasilien aber hatte es für Neuer gleich im Auftaktspiel eine erfolgreiche Revanche gegen Ronaldo und Portugal gegeben (4:0).

"Wir haben alle Verdienste", sagte Ronaldo, der locker und gelöst in der Schweiz mit dem Wunsch aufwartete, einmal mit Neuer und Messi in einem Team zusammenspielen zu wollen. "Das wäre doch interessant", meinte der Torjäger, der schon bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres Neuer auf Platz zwei verwiesen hatte.

Sichtlich ergriffen war Nadine Keßler, die sich gegen die Amerikanerin Abby Wambach und die brasilianische Fünffach-Siegerin Marta durchsetzte. "Mein Herz schlägt bis zum Hals. Ich hätte nie im Leben diesen Moment in Erwägung gezogen. Dieser Moment wird aber von der Tragödie um Junior Malanda überschattet. Wir sind zutiefst erschüttert", sagte Keßler unter Hinweis auf den Unfalltod des Wolfsburger Profis. Bei der 14. Wahl zur Weltfußballerin stand damit zum fünften Mal eine deutsche Spielerin ganz oben. Neben Keßler und Nadine Angerer 2013 hatte Birgit Prinz zwischen 2003 und 2005 dreimal triumphiert.

Als zweiter Wolfsburger erhielt Coach Kellermann die begehrte Auszeichnung. "Das ist ein überragender Moment", sagte der Coach, der die VfL-Frauen 2013 zum Triple und im abgelaufenen Jahr zum Double geführt hatte und damit die Nachfolge von Bundestrainerin Silvia Neid antrat.

Löw wurde mit rund 36 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt und folgte auf Jupp Heynckes, der nach dem Triple-Gewinn mit dem FC Bayern 2013 ausgezeichnet worden war. Löw setzte sich vor den Vereinstrainern Carlo Ancelotti (Real Madrid) und Diego Simeone (Atletico Madrid) durch. Löw hatte bei den Spielern natürlich für Neuer gestimmt, der "einen wesentlichen Anteil" am WM-Triumph gehabt habe, wie der Bundestrainer in Zürich hervorhob.

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