Dank Dissinger: Handballer gewinnen EM-Test gegen Island

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Rückraumspieler Christian Dissinger (l) war beim Sieg der deutschen Handballer gegen Islang bester Werfer. Foto: Andreas Fischer

Die deutschen Handballer haben eine Formsteigerung nachgewiesen. Im vorletzten Testspiel vor der EM in Polen gewann der WM-Siebte gegen Island. Bester Werfer war einmal mehr Christian Dissinger.

Kassel (dpa) - Angeführt vom wurfgewaltigen Christian Dissinger haben die deutschen Handballer sechs Tage vor Beginn der Europameisterschaft in Polen auch ihr zweites Testspiel gewonnen.

Dank des achtfachen Torschützen Dissinger und einer am Ende kämpferischen Leistung bezwang der WM-Siebte in Kassel Island mit 26:25 (15:13). Vor 4300 Zuschauern überzeugten auch Steffen Fäth und Hendrik Pekeler mit je sechs Toren. Im ersten Test hatte es ein 37:30 gegen Tunesien gegeben.

Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) spielt vor EM-Beginn erneut gegen Island. Nach zwei freien Tagen trifft sich das Team dann am 12. Januar wieder in Berlin und reist dann zur EM nach Polen. Dort sind in Breslau in der Vorrundengruppe C Spanien, Schweden und Slowenien die Kontrahenten. Die ersten drei Teams erreichen die Hauptrunde.

"Ich bin sehr zufrieden mit unserem Sieg. Es war ein richtiger Kampf. Beide Mannschaften haben sich gegenseitig gepushed", sagte der Bundestrainer und lobte sein Team dafür, nach einem Rückstand kurz vor Schluss noch gewonnen zu haben: "Plötzlich lagen wir hinten und haben uns zurückgekämpft. Das war stark. Wir haben Charakter gezeigt."

Die zuletzt angeschlagenen Rune Dahmke und Martin Strobel waren für den ersten der beiden Vergleiche mit Island wieder fit. Der Linksaußen hatte das Testspiel gegen Tunesien (37:30) wegen einer Knöchelverletzung verpasst. Spielmacher Strobel musste eine Erkältung auskurieren. Lediglich Niclas Pieczkowski musste wegen Leistenproblemen passen und konnte nur zuschauen. Für ihn hatte Bundestrainer Dagur Sigurdsson kurzfristig Kai Häfner aus Hannover nachnominiert.

Der Bundestrainer hatte vor seinen Landsleuten als eine mit allen Wassern gewaschene Mannschaft gewarnt. "Die sind sehr routiniert und ein sehr erfahrenes Team. Man kann die schlecht überraschen. Die haben auf alles eine Antwort", urteilte Sigurdsson.

Doch dem war in Kassel nicht so. Nach nervösem Beginn setzte die deutsche Mannschaft die Gäste unter Druck. Lohn für die Anstrengungen war schon nach zwölf Minuten eine 6:3-Führung. Dabei präsentiert sich die Abwehr im Vergleich zum Tunesien-Spiel sichtbar verbessert. Die Hünen Finn Lemke, Christian Dissinger, Erik Schmidt und Hendrik Pekeler, die allesamt über 2,00 Meter groß sind, stellten sich für die Isländer wie eine unüberwindliche Wand auf.

Im Angriff bestimmte das Rückraum-Duo Dissinger und Steffen Fäth gleichermaßen als Spielgestalter wie Vollstrecker das Geschehen. Immer wieder manövrierte der Gastgeber die isländische Defensive aus, wovon auch Pekeler am Kreis profitierte. So erspielte sich der WM-Siebte einen 14:10-Vorsprung (25.), ließ dann aber vor der Pause an Konzentration nach und ging mit einem 15:13 in die Kabine.

Sigurdsson blieb seiner Linie treu und nutzte das Spiel erneut, taktische Varianten zu probieren. Dadurch kam ein Bruch ins deutsche Spiel, auch weil die Isländer sich in der zweiten Halbzeit besser auf den Gastgeber eingestellt hatten und sich steigerten. Zwar setzte sich die DHB-Auswahl noch einmal auf 23:19 (46.) ab. Doch in Unterzahl und mit drei Gegentreffern in Serie gerieten die Hausherren nach dem 23:21 (51.) mit 23:24 (55.) ins Hintertreffen. Aber am Ende behielt der Gastgeber die Nerven und gewann.

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